Russischer Außenminister Lawrow sorgt mit Behauptung über „jüdische Nazis“ für Empörung in Israel

Oft musste man während des Ukraine-Krieges bereits von irrsinnigen Verschwörungs- und Lügenerzählungen hören, die vor allem von kremltreuen, rechten „YouTubern“ und „Aluhüten“ kolportiert worden sind. In der Ukraine würden, sogar im Regiment Asow, „jüdische Nazis“ mit dem angeblichen Ziel kämpfen, ein „Khasaria 2.0.“ bzw. ein „zweites Israel“ auf ukrainischem Boden zu errichten. Ganz abgesehen davon, dass die Gleichsetzung der historischen Khasaren mit den Ostjuden zu den am weitesten verbreiteten Legenden innerhalb des sogenannten „alternativen Lagers“ gehört, so dient die Mär von den „jüdischen Nazis“ vor allem der russischen Propaganda, das Narrativ von der „Entnazifizierung“ weiter rechtfertigen zu können. Bekanntlich ist der amtierende ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der 2019 als vermeintlicher „Protestkandidat“ gegen die unpopuläre Politik Petro Poroschenkos ins Amt gewählt wurde, jüdischer Abstammung und hat auch sein Regierungskabinett mit zahlreichen weiteren Juden besetzt.

Damit die russische Propaganda weiterhin an ihrer Behauptung festhalten kann, dass die ukrainische Regierung aus „Nazis“ bestehen würde, hat sich der russische Außenminister Sergej Lawrow deshalb einer alten und hanebüchenen Geschichtslüge bedient, die von der Forschung längst ins Reich der Legenden verwiesen wurde. Lawrow hatte im italienischen Fernsehen behauptet, dass auch Adolf Hitler jüdische Wurzeln gehabt hätte und es deshalb kein Widerspruch wäre, wenn auch heute wieder „jüdische Nazis“ in der Ukraine regieren würden. Und um dem „auserwählten“ Bibelvolk seine Gunst zu beweisen, fügte Lawrow noch schnell hinzu: „Das weise jüdische Volk sagt, dass die eifrigsten Antisemiten in der Regel Juden sind.“

Dennoch zeigt man sich in Israel über den argumentativen Fehltritt des russischen Außenministers weniger amüsiert. Lawrow hat anscheinend nicht bedacht, dass der Zionismus nicht nur zu Russland und seinen Oligarchen gute Beziehungen pflegt, sondern sein weltweites Netzwerk auch in sämtlichen westlichen Regierungen spinnt, vor allem in der aktuellen der Ukraine. Während die Völker auf den Schlachtfeldern verbluten, profitieren vor allem jene Elemente, die sich in der Weltöffentlichkeit als „Vermittler“ verkaufen und sowohl die eine Seite als auch die andere finanzieren, von dem Geschäft mit dem Krieg. Dementsprechend muss sich Lawrow nun die empörten Vorwürfe aus Israel gefallen lassen, dass er den „Juden die Schuld an den schlimmsten Verbrechen der Geschichte“ gegeben und den Holocaust als „Instrument der politischen Auseinandersetzung“ missbraucht hätte. Wenn es schließlich ein Volk auf der Welt gibt, dass als ein einziges immer frei von jeder Schuld war und ist, so können das doch nur die Juden sein.





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