Wanderung zur „letzten Schlacht im Taunus“

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Beim Ausspruch „Schlacht im Taunus“ denkt man wahrscheinlich erstmal an den Limes und anstürmende germanische Krieger, welche das römische Reich bedrängten und letztlich überrannten. Der Limes verlief im Taunus von Bad Homburg über den kleinen Feldberg nach Idstein und bog dann Richtung Bad Ems ab, querte die Lahn und führte noch ein Stück durch den Westerwald Richtung Remagen bis an den Rhein (Siehe römische Kastelle an der Lahn).

Aber die letzte Schlacht im Taunus tobte Ende März/Anfang April 1945, nachdem bei Remagen und Oppenheim amerikanische Truppen über den Rhein über- und sich festsetzten und sich daraus letztlich schwere Rückzugskämpfe im Taunus abspielten.

Neben der 6. SS Gebirgsdivision Nord (ca. 2000 Mann) verteidigten Angehörige der Junkerschule Weilburg sowie kleinerer Wehrmachtsverbände (650 Mann) auf einer Linie parallel zur Autobahn 3 (Köln-Frankfurt) von Brechen Richtung Idstein gegen die an Mannstärke und Material weit überlegene US-Armee den Hoch- und Hintertaunus.

 

 

Verschiedene Denkmäler in Idstein

Auf den Spuren der damaligen Kampfhandlungen startete unsere Wandergruppe in Idstein. Zuerst besichtigten wir das Vertriebenendenkmal und die Kriegerdenkmäler, wobei das 1941 errichte Kriegerdenkmal vorm Idsteiner Amtsgericht nicht mehr in seinem Originalzustand existiert. Dieses Ehrenmal wurde als Gedenkstätte für die Opfer des Ersten Weltkriegs nach einem Entwurf des Wiesbadener Bildhauers Carl Wilhelm Bierbrauer in Kreuzheimer Muschelkalk errichtet. Im Jahr 1945 ordnete der amerikanische Stadtkommandant die Entfernung der Skulpturen auf dem heute noch vorhandenen Sockel an. Stattdessen wurde in der Folgezeit auf dem Sockel eine metallene Opferschale montiert.

Ursprüngliches Kriegerdenkmal in Idstein

Auf der Vorderseite befand sich eine Inschrift. Diese stammt aus dem Gedicht „Soldatenabschied“ von Heinrich Lersch aus dem Jahr 1914. Das komplette Gedicht lautet:

Lass mich gehen, Mutter, lass mich gehen!
All das Weinen kann uns nichts mehr nützen,
denn wir gehen, das Vaterland zu schützen!
Lass mich gehen, Mutter, lass mich gehen!
Deinen letzten Gruß will ich vom Mund Dir küssen:

Deutschland muss leben, und wenn wir sterben müssen.

Der letzte Teil des Verses war eingebettet von einem Hakenkreuz und einem Eisernen Kreuz. Auf der Rückseite befanden sich die Worte „Den toten Helden“. Beide Inschriften wurden entfernt, auf der Vorderseite wurde stattdessen die Inschrift „Unseren Toten“ angebracht.

 

Vorbei an vielen staunenden Gästen des Idsteiner Weinfestes ging es durch die Innenstadt zum Soldatenfriedhof, auf welchem auch einige deutsche Gefallene der Kämpfe um Ostern 1945 im Taunus begraben sind.

 



Aufstieg zur Tenne

Nachdem man Idstein verlassen hatte, führte uns der Weg nordwestlich Richtung Tenne (476m). Dabei durchquerte man das Dorf Esch und kämpfte sich über unwegsame Pfade den Berg hinauf. Mit der Tenne hatten wir den höchsten Punkt unserer Wanderung erreicht. Von hier aus ging es nun bergab Richtung Dombach. Rund um eine Grillstelle mit Schutzhütte schlug unsere Gruppe das Nachtlager auf. Mit Einbruch der Dunkelheit stießen noch weitere Kameraden aus dem Stützpunkt Westerwald/Taunus zur Gruppe hinzu und verfolgten den spannenden Vortrag eines Zeitzeugen, welcher die Nachkriegsjahre und seine ersten politischen „Gehversuche“ schilderte.

Am nächsten Morgen standen noch etwa 12 km bis nach Bad Camberg auf dem Programm. Kurz vor Bad Camberg querten wir noch einen beeindruckenden Baumwipfelpfad. Dieser ist 600 Meter lang und führt durch die Kronen des Hintertaunus. Auf einer Höhe von 28 Meter erhält man eine wunderbare Fernsicht.

Gegen Mittag erreichte man die Altstadt von Bad Camberg und genoss noch ein erfrischendes Eis an einer Eisdiele. Danach trennten sich die Gruppen aus dem Westerwald/Taunus sowie der Pfalz und traten die Heimreise an.

1 Kommentar

  • Dieses Lied kenne ich seit langem von Lunikoff, seinen Ursprung seit heute. Danke.

    Jörg 20.07.2023
  • Genau vor meiner Haustür bin in Niedernhausen Oberjosbach groß geworden quer durch den Wald verlief der Limes… Heftrich Altenburger von da aus weiter… Vielen Dank für dieses Video

    Jürgen Kleindienst 20.07.2023