Diesen Sommer fanden sich mehrere Nationalrevolutionäre zu einer gemeinsamen Reise nach Norwegen zusammen. Erstes Ziel war die Hauptstadt Oslo, malerisch gelegen im gleichnamigen Fjord. Heute zählt sie rund 717.000 Einwohner in der Stadtgemeinde und über eine Million im Großraum. Als politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Landes blickt Oslo auf eine lange Geschichte zurück: Ursprünglich um 1050 unter König Harald Hardråde gegründet, wurde sie nach einem verheerenden Brand 1624 von König Christian IV. als Christiania neu errichtet und erhielt erst 1925 ihren alten Namen zurück.

Aus deutscher Sicht ist Oslo eine Stadt, zu der seit Jahrhunderten enge Verbindungen bestehen – durch Handel, Kultur und gemeinsame Geschichte. Schon in der Zeit der Hanse arbeiteten deutsche Kaufleute eng mit den Norwegern zusammen und trugen maßgeblich zum wirtschaftlichen Aufstieg des Landes bei.

Auch in späteren Jahrhunderten fanden sich viele Spuren deutscher Präsenz wieder; von Handwerkern über Ingenieure bis hin zu Verwaltungsstrukturen, die während der Kriegsjahre zeitweise unter deutscher Leitung standen.

Gebäude wie die Victoria Terrasse oder die Polizeistation Møllergata 19 erinnern bis heute an diese Zeit. Wer aufmerksam durch die Straßen geht, entdeckt an vielen Stellen Spuren dieser gemeinsamen Geschichte – zwischen historischen Bauwerken, Museen und modernen Cafés. Besonders beeindruckend war der Besuch des Kulturhistorischen Museums mit seiner Víkingr-Ausstellung.

Nach zwei erlebnisreichen Tagen in der Hauptstadt machten wir uns auf den Weg nach Bergen. Die etwa 500 Kilometer lange Strecke führte uns über Landstraßen durch eine der schönsten Landschaften Europas. Schon bald tauchten wir ein in endlose Wälder, weite Täler und schließlich in die karge, fast unwirkliche Hochfläche der Hardangervidda, Europas größtes Hochplateau auf über 1.200 Metern Höhe. Selbst im Sommer glitzern hier Schneefelder neben klaren Bergseen – eine Szenerie, die kaum stiller und eindrucksvoller sein könnte.

Nach acht Stunden Fahrt erreichten wir Bergen, die von sieben Bergen umgebene Küstenstadt mit rund 270.000 Einwohnern. Sie war einst eines der wichtigsten Handelszentren der Hanse, was noch heute im historischen Hanseviertel Bryggen zu spüren ist. Die alten Holzhäuser am Hafen gehören mittlerweile zum UNESCO-Weltkulturerbe. Während des Zweiten Weltkriegs spielte Bergen eine bedeutende Rolle für die deutsche Kriegsmarine: Der massive U-Boot-Bunker Bruno am Laksevåg zeugt noch heute davon. In Bergen kam es auch zu vereinzelten Unruhen gegen die damalige Verwaltung: Widerständler wie die Theta-Gruppe betrieben von hier aus geheime Funkverbindungen nach Großbritannien.

 

 

Nach den kulturell und geschichtlich geprägten Tagen zog es uns hinaus in die Natur – zu dem, was Norwegen wohl am meisten auszeichnet: seine gewaltigen Landschaften. Wir machten uns auf den Weg zum Sognefjord, dem größten und tiefsten Fjord des Landes. Unser Abenteuer begann mit einer Wanderung zwischen zwei Bergen, wo wir auf einem kleinen Plateau unser Lager errichteten; mit einem atemberaubenden Blick über den Fjord. Der Sonnenuntergang tauchte die Felsen in rötliches Licht, und die Stille war nur vom Rauschen des Windes und dem fernen Plätschern des Wassers durchbrochen.

Nach dieser Nacht hoch über dem Fjord folgte eine zweitägige Kajaktour im Nærøyfjord, einem Seitenarm des Sognefjords und UNESCO-Weltnaturerbe. Von Gudvangen aus glitten wir fast lautlos über das spiegelglatte Wasser, vorbei an steilen Felswänden, die sich bis zu 1.200 Meter über uns erhoben. Immer wieder stürzten Wasserfälle direkt von den Bergen in den Fjord. Am Abend erreichten wir eine kleine Halbinsel nahe Undredal, wo wir am Ufer biwakierten und den Tag am Lagerfeuer ausklingen ließen – umgeben von der friedlichen Stille der Natur. Am nächsten Tag paddelten wir die gleiche Strecke zurück; anstrengend, aber unvergesslich.

 

 

Unsere letzte Station führte uns in die Berge bei Voss, wo wir am Hamlagrovatnet, einem stillen Bergsee, unser letztes Lager aufschlugen. Kaum hatten wir die Zelte aufgebaut, zog ein heftiges Gewitter auf. Donner hallte zwischen den Gipfeln, Regen prasselte unaufhörlich herab, und nur eng zusammengerückt unter dem Tarp warteten wir das Unwetter ab. Als die Wolken sich verzogen, offenbarte sich uns ein Schauspiel aus rotem Abendhimmel, Regenbogen und dem glatten, stillen See; ein Anblick, den keiner von uns je vergessen wird.

So endete unsere Reise in Norwegen – zwischen Geschichte und Natur, Sturm und Stille, Stadt und Fjord – eine Woche voller Eindrücke, Kameradschaft und unvergesslicher Momente.