30. Juli 2026 – Erdüberlastungstag

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Der sogenannte Erdüberlastungstag, der dieses Jahr auf den 30. Juli 2026 fiel, ist der Tag, an dem die Menschheit rechnerisch mehr natürliche Ressourcen aufgebraucht hat als die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren kann. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden demnach bereits so viele Ressourcen wie beispielsweise Holz, Wasser, Fisch und landwirtschaftlich nutzbare Flächen in Anspruch genommen, wie die Erde im gesamten Jahr erneuern kann. Die Menschheit lebt somit für den Rest des Jahres von den Ressourcen künftiger Jahre. Die Berechnung des Global Footprint Network soll verdeutlichen, dass die Menschheit ökologisch betrachtet über ihre Verhältnisse lebt und für den derzeitigen weltweiten Ressourcenverbrauch rechnerisch rund 1,73 Erden erforderlich wären.

 

Berechnungsgrundlage des Erdüberlastungstags

Die Grundlage für den Erdüberlastungstag bildet der ökologische Fußabdruck. Er setzt den weltweiten Verbrauch von Ressourcen und die dabei entstehenden Emissionen ins Verhältnis zur Biokapazität der Erde, also zu ihrer Fähigkeit, erneuerbare Ressourcen bereitzustellen und CO₂ aufzunehmen. Für beide Größen werden unterschiedliche Daten, etwa zu Landwirtschaft, Fischerei, Holzverbrauch, bebauten Flächen und CO₂-Emissionen zusammengeführt. Aus dem Verhältnis von verfügbarer Biokapazität und dem ökologischen Fußabdruck wird anschließend berechnet, wie viele Tage die natürlichen Kapazitäten der Erde ausreichen würden.

 

Verzerrung durch CO₂ und begrenzte Aussagekraft des Erdüberlastungstags

Eine besondere Rolle spielt bei der Berechnung des Erdüberlastungstags der CO₂-Ausstoß. Um die Emissionen in die gemeinsame Einheit des ökologischen Fußabdrucks zu übersetzen, wird vereinfacht gefragt, wie viel Waldfläche notwendig wäre, um das vom Menschen ausgestoßene CO₂ aufzunehmen, das nicht von den Ozeanen gebunden wird. Diese rechnerisch benötigte Waldfläche fließt anschließend als Teil des ökologischen Fußabdrucks in die Gesamtbilanz ein.

Durch diese Vorgehensweise werden jedoch zwei unterschiedliche Probleme miteinander vermischt: Der Verbrauch biologisch produktiver Flächen und die Anreicherung von CO₂ in der Atmosphäre. Würde man die CO₂-Emissionen vollständig aus der Berechnung herausnehmen, gäbe es nach der aktuellen Methodik weltweit keinen Erdüberlastungstag und der ökologische Fußabdruck würde derzeit dann nur etwa 0,7 Erden entsprechen.
Umgekehrt bleiben beispielsweise Umweltschäden wie Bodenerosion oder die Übernutzung von Grundwasser weitgehend unberücksichtigt. Selbst Mathis Wackernagel, einer der Begründer des ökologischen Fußabdrucks, räumt diese Grenzen ein.

 

Raubbau an natürlicher Lebensgrundlage ist real

Auch wenn der Erdüberlastungstag kein exakter Gradmesser für den Zustand der Erde ist, ändert es nichts daran, dass der Blick auf die tatsächliche Entwicklung vieler Ökosysteme Anlass zur Sorge gibt. Weltweit werden Regenwälder für Holz, Rohstoffe und landwirtschaftliche Flächen zerstört. Allein 2024 gingen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 26,5 Millionen Hektar Regenwald durch Brände verloren, eine Fläche, die fast drei Viertel der Größe Deutschlands entspricht. Im Amazonasgebiet droht dabei eine gefährliche Kettenreaktion. Der Regenwald erzeugt durch seine Verdunstung einen erheblichen Teil seines eigenen Niederschlags. Weniger Wald kann deshalb zu weniger Regen und damit zu schlechteren Bedingungen für die Regeneration des Waldes führen. Auch die Meere geraten zunehmend unter Druck. Der Anteil der weltweit als überfischt eingestuften Fischbestände ist von zehn Prozent im Jahr 1974 auf mehr als 50 Prozent im Jahr 2021 gestiegen. Beim Süßwasser zeigen sich ebenfalls alarmierende Entwicklungen. Flüsse und Seen führen vielerorts weniger Wasser und weltweit schrumpfen rund 70 Prozent der größeren Grundwasserspeicher.

 

Wohlstand bewahren – Raubbau beenden!

Angesichts der ökologischen, aber auch ökonomischen Herausforderungen unserer Zeit ist eine vernunftgeleitete Politik nötiger denn je. Entscheidungen dürfen weder von kurzfristiger Profitgier, noch von ideologisch geprägtem Klimaaktivismus bestimmt werden. Umwelt- und Naturschutz dürfen dabei nicht gegen wirtschaftlichen Wohlstand und soziale Sicherheit ausgespielt werden. Eine leistungsfähige Wirtschaft schafft nicht nur Arbeitsplätze und Wohlstand, sondern auch die finanziellen Spielräume, die wir für einen starken Sozialstaat, ökologische Schutzprojekte und die Entwicklung neuer Technologien benötigen. Umgekehrt darf wirtschaftliches Wachstum nicht dazu führen, natürliche Lebensgrundlagen rücksichtslos zu verbrauchen und die Kosten unseres Wohlstands künftigen Generationen aufzubürden. Es braucht daher einen verlässlichen Ordnungsrahmen, der wirtschaftliche Interessen mit den ökologischen Grenzen unseres Planeten in Einklang bringt.

Wie auch in den Ausführungen zu Punkt 7 unseres Parteiprogramms erläutert, sollten Wasser, Wind, Sonne, Erdwärme und Biogas verstärkt genutzt werden, allerdings mit Augenmaß und im Einklang mit unserer Kulturlandschaft. Forschung, Entwicklung und der Aufbau einer sicheren und nachhaltigen Energieversorgung müssen langfristig finanziell und gesetzlich abgesichert werden. Gleichzeitig gilt es, ressourcen- und energiesparende Produkte in allen Lebensbereichen stärker zum Standard zu machen und unnötigen Verbrauch, etwa bei Verpackungen, konsequent zu reduzieren. Eine moderne Verkehrspolitik muss Mobilität gewährleisten und zugleich unnötigen Verkehr sowie vermeidbare Eingriffe in Natur und Landschaft verringern. Auch Raumordnung und Naturschutz müssen einen höheren Stellenwert erhalten; so sind Schutzgebiete wirksamer zu sichern, zuständige Institutionen angemessen auszustatten und regionale Initiativen stärker in ökologische Entscheidungsprozesse einzubeziehen.

Das Ziel kann dabei weder eine Rückkehr zu einer vorindustriellen Gesellschaft, noch ein ungezügelter Kapitalismus sein, der kurzfristige Gewinne über langfristige Lebensgrundlagen stellt.

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