Unterschichten-TV: Hat der neue „Dschungelkönig“ Ofarim „Onkel Samuels Betrüger-Gen“?

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Gil Ofarim hat es tatsächlich „geschafft“. Dem verkommenen Unterschichten-Unterhaltungssender RTL ist es nicht nur zu verdanken, dass der amtlich abgeurteilte Lügner und Verleumder Ofarim 300.000 Euro an Gage kassieren konnte, sondern nun auch noch zum 19. „Dschungel-König“ gewählt wurde und weitere 100.000 Euro Siegerprämie einstreicht. Viele „Dschungellager“-Fans wittern gar Betrug bei der telefonischen Zuschauerabstimmung des Senders. Laut von Anrufern getätigten Berichten in sozialen Netzwerken waren die Leitungen der Nummer der Gegenkandidatin bei der Wahl zum Sieger auffallend häufig besetzt.

Ofarim hatte bis zuletzt mit großem „Erfolg“ bei dem seichten Fernsehformat „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ mitgemischt. Im Nachgang an eine Folge hat das RTL-Format „Stefan Raab Show“ über Ofarim einen witzigen Einspieler veröffentlicht. Darin hieß es, Ofarim habe ein „Betrüger-Gen“, das er von seinem „Onkel Samuel“ geerbt habe. Dennoch sei er ein „Ausnahmetalent“, das in der jüdischen Gemeinde einen Hit nach dem anderen lande. Der Aufschrei der üblichen Betroffenen war natürlich wieder einmal groß.

 

Ofarim: Im Lager souverän

Die Teilnahme von Gil Ofarim an der diesjährigen Ausgabe des „Dschungel-Camps“ hat nicht nur aufgrund dessen hoher Gage von 300.000 Euro für Aufsehen gesorgt. Viele Zuschauer haben dem 43-Jährigen bis heute nicht den Betrugsskandal um sein Davidstern-Kettchen verziehen. Heiß diskutiert wurde daher die Frage, ob die Zuschauer von Ofarim eher genervt sein würden oder ihn doch lange im Lager sehen wollten. Und wie man gesehen hat, lief es auf der Bühne des geschmacklosen Unterhaltungsfernsehens natürlich gut für Ofarim. Er bewegte sich im Lager so souverän, als sei er dort zu Hause. So hat er es bis ins Finale geschafft und wurde schließlich in einem umstrittenen Siegerentscheid zum „Dschungel-König“ gewählt.

Allerdings gab es auch eine Menge von Misstönen. Zuschauer und Konkurrenten äußerten Zweifel an seiner Aufrichtigkeit und stellten sein Verhalten in Frage. Ein Konkurrent bezeichnete ihn als „kranken Lügner.“

In die selbe Kerbe schlug nun ein Einspieler in der ,Stefan Raab Show‘-Spezialausgabe vom 27. Januar. Darin wird dem Juden-Barden ein „Betrüger-Gen“ unterstellt, das er von „Onkel Samuel“ geerbt habe. Zu sehen ist ein Mann, der auf einem Markt Äpfel klaut. Dann heißt es in dem Beitrag: „Trotz des großen Skandals ist er natürlich ein Ausnahmetalent, das vor allem in der jüdischen Gemeinde einen Hit nach dem anderen landet“. Dazu zu sehen: Tanzende orthodoxe Juden. Ein harmloser, aber humorvoller Beitrag in einem Programm für seichte Unterhaltung.

Postwendend sprach die „Jüdische Allgemeine“ von „Antisemitismus“ und prangerte den Fernsehsender RTL an. Der reagierte dann auch in erwartbar untertäniger Weise gegenüber der „moralischen Instanz“ des Systems. In einer Stellungnahme hieß es: „RTL weist jede Form von Antisemitismus entschieden zurück. Zugleich sehen wir ein, dass der Einspieler zu Missverständnissen führen konnte. Vor diesem Hintergrund nehmen wir den Beitrag offline und werden künftige Inhalte noch sensibler daraufhin prüfen, welche Deutungen sie ermöglichen.“ Auf RTL+ ist der Beitrag bereits nicht mehr abrufbar.

Für die „Stefan Raab Show“ hat der Aufreger Konsequenzen: Sie läuft künftig nur noch digital auf RTL+ und Donnerstag spät Abends um 23:15 Uhr.