Putins Russland: Historische sowjetische Verbrechen werden ab sofort ganz vertuscht

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Das 2024 vorgeblich aus Brandschutz-Gründen geschlossene Moskauer Gulag-Museum wird nicht wieder geöffnet. Stattdessen öffnet nun eine Ausstellung über den „Genozid am sowjetischen Volk“. Die Herrschenden wollen ein fiktives Geschichtsbild zeichnen, in dem unschuldige Russen permanent von ausländischen Feinden angegriffen wurden. Dass der Bolschewismus selbst für Verbrechen und Mord verantwortlich ist und damit der wahre Feind des russischen Volkes im Inneren war, soll ausgeblendet werden. Bezeichnenderweise wird mit Natalja Kalaschnikowa eine hochdekorierte Putin-Dienerin das neue Museum leiten.

 

Russland: Renaissance des Bolschewismus

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre schien es, als sei der Bolschewismus nun endgültig Geschichte. Zerbrochen an seinen inneren ideologischen Widersprüchen, aber auch an seinen Verbrechen. So langsam begann man in Russland darüber zu sprechen, was unter Lenin, Stalin und Konsorten wirklich vorgegangen ist. Viele Menschen kamen zu der bitteren Erkenntnis, dass nicht nur die eigenen Landsleute verfolgt und tyrannisiert wurden, sondern dass sich diese Verbrechen auch auf andere Länder erstreckten. Doch unter Wladimir Putin findet wieder eine reaktionäre Zeitenwende statt. Plötzlich wird Massenmörder Stalin als starker Staatsmann inszeniert, die Rote Armee glorifiziert. Das hat einen Grund: Das neue Geschichtsbild dient als ideologische Unterfütterung des eigenen Imperialismus. Der Tenor: Überall in der Welt lauern „Faschisten“ und verbreiten Angst und Schrecken. Russland hingegen tritt an, um die armen Länder zu „befreien“, so wie schon unter Lenin und Stalin die kommunistische Weltrevolution zur „Befreiung“ der Armen und Unterdrückten der Welt vom Zentralkomitee der roten Partei in Moskau propagiert wurde.

Da ist das staatliche Gulag-Museum in Moskau zu einem Dorn im Auge der Herrschenden geworden. 2024 wurde es wegen „Verstößen gegen den Brandschutz“ geschlossen. Nun öffnet man in Moskau wieder die Pforten, doch die Besucher des Museums erwarten komplett andere Inhalte. Pünktlich zum 22. Juni, dem Tag des Beginns der „Operation Barbarossa“, sollen die Russen nun etwas über einen „Genozid am sowjetischen Volk“ lernen. Statt über das Massaker von Katyn oder die Gulags in Sibirien werden sie nun vermeintlich aufgeklärt über die deutschen „Einsatzgruppen“ der Sicherheitspolizei und des SD und die ukrainischen Freiheitskämpfer unter Stepan Bandera. Der Terminus des „sowjetischen Volkes“ soll speziell die Zugehörigkeit des Baltikums und der Ukraine zur Russischen Föderation vermitteln und so den neo-bolschewistischen Imperialismus ideologisch untermauern. Kyrill Martynow, Chefredakteur der Zeitung „Nowaja Gazeta Ewropa“, fasst den neuen Duktus zusammen: „Russland ist ein herrlicher Staat, der immer auf der Seite des Guten war, im Zweiten Weltkrieg gesiegt hat, und auf der anderen Seite gibt es böse, ausländische Mächte, die dem russischen Volk schaden wollen.“

Die Wahrheit ist, dass die Sowjetunion aggressive Expansionspläne verfolgte und diese auch umsetzte. Man denke an die Einverleibung Bessarabiens und der Nordbukowina, an die Einverleibung von Teilen Polens und Finnlands oder auch an die Landnahme in Ostpreußen oder auf den Kurilen. Wladimir Putin knüpft heute an diesen Imperialismus an und möchte seinen Vielvölkerstaat noch weiter ausdehnen. Nationalistischer Freiheitsdrang, aber auch die desolate Lebenswirklichkeit in der „russischen Welt“ sind gute Gründe, warum Völker wie das ukrainische, das karelische, aber auch Teile des russischen Volkes gegen Putin und seine innerasiatische Vielvölker-Armee aufbegehren. Die nationalrevolutionäre Bewegung unterstützt den Kampf europäischer Brudervölker gegen den neuen Bolschewismus!

Bezeichnend für die ideologische Stoßrichtung des neuen Museums ist auch seine Leiterin. Natalja Kalaschnikowa blickt auf eine lange Karriere in Putins Herrschaftsapparat zurück. So war sie lange Zeit im Energiesektor tätig, so unter anderem bei „Krymenergo“, einem Konzern, der auf der russisch besetzten Krim-Halbinsel tätig ist. Anschließend arbeitete sie im Smolensker Festungsmuseum, wo sie Kontakte mit russischen Invasionssoldaten pflegte. Die Exponate aus dem alten Gulag-Museum sollen angeblich durch den Staat geschützt werden. Doch was sollte einen Staat, der die Ausstellungsstücke verschwinden lässt, aufhalten, sie zu vernichten?