Unter dem Motto „Kapitalismus zerschlagen – Für Familie, Heimat und Tradition!“, folgten zum diesjährigen Arbeiterkampftag 800 deutsche Sozialisten dem Aufruf des „Nationalen und sozialen Aktionsbündnis 1.Mai“, um im sächsischen Chemnitz ein klares Zeichen gegen Kapitalismus, Ausbeutung und Überfremdung zu setzen und die Forderung nach einem Deutschen Sozialismus auf die Straße zu tragen. Ein ausführlicher Bericht, Videos und Bilder folgen.
https://vimeo.com/267547947














Moin Max,
ich finde es klasse, dass Sie sich, insbesondere da Sie ja nicht Teil dieser Partei sind, hier zu Wort melden. Und zu allererst muss ich Ihnen Recht geben. Das Auftreten einer ganzen Menge von Demonstrationsteilnehmern wirkt selbst auf uns mitunter erschreckend. Ich möchte das etwas erklären. Unser Mobilisierungspotential liegt hauptsächlich in der rechten Szene. Die rechte Szene ist allerdings in weiten Teilen seit Jahrzehnten zu einer Unkultur herangewachsen, deren Auswüchse man z.B. bei rechten Konzertveranstaltungen bestaunen kann. Der III. Weg hat sich unter anderem aus der Notwendigkeit heraus gegründet dieser Unkultur zu entwachsen.
Wir sind seit Jahren bemüht unsere Veranstatlung unattraktiv für Chaoten zu machen, die uns als Plattform für ihr Ego nutzen möchten.
Die Mitglieder der Partei sind dazu angehalten das beste aus sich zu machen. Sich zu weiterzubilden; sich sportlich zu betätigen; sich in der Gemeinschaft einzubringen. Das Beste aus sich zu machen bedeutet für uns auch, sich nicht sinnlos im Konsum zu befriedigen. Wir bieten auch deswegen eigene Parteikleidung an, die wir auch auf unseren internen Veranstatlungen tragen.
Innerhalb der Gemeinschaft sind wir bemüht Mitglieder nicht an getragene Marken, sondern an deren Leistungen und deren Charakter zu messen. Es geht uns auch nicht darum den Konsum als solchen zu verteufeln. Wir wollen uns jedoch nicht darauf reduzieren. Unsre Identität darf nicht davon abhängen, welches Telefon wir besitzen.
Viele Grüße
Thomas
Hallo.
Ich war gestern in Chemnitz dabei. Allerdings auf der „anderen“ Seite. Nichtsdestotrotz habe ich mir eure Internetseite und auch euer Programm angeschaut, und habe die eine oder andere Frage. Ich bin mir nicht ganz sicher womit ich anfange, es gäbe wahrscheinlich einiges zu sagen, aber ich kann und will nicht alles in einen einzigen Kommentar packen. Ohnehin weiß ich nicht, ob ich hier an dieser Stelle ganz richtig bin. Womöglich müsste ich einfach eine Mail schreiben, aber ich würde die Diskussion – falls es denn zu einer solchen kommt – auch gern öffentlich führen. Da es wie gesagt einige Fragen, bzw. Unklarheiten gibt, würde ich gern ganz willkürlich erstmal die Frage nach dem Kapitalismus / Antikapitalismus aufgreifen. Ich habe euren gestrigen Live-Ticker verfolgt und mir dabei auch die „Frage an die Linken“ angehört. Prinzipiell fand ich sie (also die Frage) nicht unbedingt sehr klar und eindeutig gestellt, allerdings habe ich sie am Ende so verstanden, dass „die Linken“ sozusagen die Steigbügelhalter des Kapitalismus sind, da sie keinerlei kulturelle Identität besitzen und demzufolge ihre Identität in irgendeiner Art und Weise „erkaufen“ müssen, indem sie Marken, Subkulturen und letztlich damit verbundenen und verflochtenen Konzernen (welche global agieren) folgen, bzw. folgen müssen (bitte korrigiert mich wenn ich mit meiner Interpretation der Frage völlig daneben liege). Nun ist mir gestern – gerade im Hinblick auf die Kapitalismusthese aufgefallen, dass genau das aber bei euch auch der Fall zu sein scheint. Bitte haltet mich nicht für verrückt, aber eines der ersten Dinge, die mir irgendwie ins Auge gesprungen sind, war die Tatsache, dass ich bei euch jede Menge Leute mit Adidas-Schuhen gesehen habe. Dazu kamen die ganzen Leute, die mit ihren Smartphones fotografiert und gefilmt haben. Natürlich hatte ich nicht die Möglichkeit, jedes einzelne genau unter die Lupe zu nehmen, aber was ich gesehen habe, waren – genau wie in anderen Kreisen auch – die Marktführer von Samsung und Apple ganz vorn. Ebenso waren (bei den Kameras) jede Menge Nikons und Canons vertreten, und neben eurer Gulaschkanone waren diverse Kaufland- und Lidl-Tüten sichtbar. Ihr ahnt vermutlich schon, worauf ich hinaus will. Bei all diesen Marken – und bestimmt gäbe es noch mehr Beispiele – handelt es sich doch letzten Endes um international agierende Großkonzerne (okay, manche sicher größer und internationaler als andere), die – so wie ich eure Aussage verstehe – eine üble und zu bekämpfende Erscheinung darstellen. Immerhin ist eins der erklärten Ziele die „Verstaatlichung sämtlicher Schlüsselindustrien, Betrieben der allgemeinen Daseinsfürsorge, Banken, Versicherungen sowie aller Großbetriebe“, welche ja dann wohl kaum noch in der jetzt bekannten Form existieren, bzw. agieren könnten oder dürften. Insofern wäre es für meine Begriffe doch nur folgerichtig, sich (zumindest soweit wie möglich, denn noch sind sie ja nicht alle verstaatlicht) von all diesen bekannten Marken und Konzernen, die sich dem Kapitalismus ja geradezu verschrieben haben und davon auch enorm profitieren, konsequent fern zu halten. Genau diesen Eindruck hatte ich aber nicht, und würde gerne wissen, wie das zusammenpasst.
Ich möchte nochmals betonen, dass ich diese Frage, bzw. diese für mich widersprüchliche Beobachtung jetzt völlig willkürlich als Einstieg und erste Frage gewählt habe. Es gäbe auch noch einige andere, aber ich möchte hier auch nicht mit einem Roman einsteigen und bin ohnehin erstmal gespannt auf die Reaktion.
VG
*Max*
(Ich möchte meinen richtigen Namen hier nicht angeben, weil ich mir nicht sicher bin, ob ich dann noch sicher bin)
Mit deiner Beobachtung liegst du richtig. Auch wir Nationalisten müssen noch in so vielen Bereichen an uns arbeiten. So auch im Bereich des Konsums.hier muss noch viel stärker sich der antikapitalistische Geist auch in die Tat umsetzen. Dies ist ein langwieriger Prozess und wir arbeiten mit unserer Partei daran.
Hm…anders als mit Arbeit lässt sich ein Ziel wohl auch nicht erreichen. Aber hätte die „Frage an die Linken“ dann nicht die „Frage an alle“ sein müssen? Ansonsten entsteht doch der Eindruck, dass es sich bei Konsum ausschließlich um ein linkes Phänomen, bzw. „Problem“ handeln würde. Unabhängig davon kann ja der Konsum an sich auch nicht einfach abgeschafft werden, da ja letztlich nicht NICHT konsumiert werden kann. An irgendeiner Stelle muss es doch da noch eine Grenze zwischen erlaubtem / gutem / erwünschtem Konsum, und eben dem gegenteiligen Konsum geben. Wo liegt die, wie und von wem wird die gezogen? Weiterhin würde ich behaupten, dass der Konsum das Leben ja auch irgendwie angenehm macht, bzw. zumindest machen kann. Unter diesem Aspekt betrachtet könnte ich mir vorstellen, dass wahrscheinlich eine Menge Menschen (ganz unabhängig von ihrer politischen Einstellung) der Einschränkung oder gar Abschaffung ihrer Konsummöglichkeiten kritisch gegenüber stehen und sich dagegen wehren würden.
*Max*
Wir wollen ja den Konsum nicht abschaffen, aber ihn in eine richtige menschen- und umweltfreundliche Richtung lenken.
Schon klar. Aber wie genau sieht diese „menschen- und umweltfreundliche Richtung“ aus? Unbeantwortet bleibt auch nach wie vor, warum euer Live-Ticker-Kommentator die Frage dann eben nicht an alle, sondern so zielgerichtet und explizit an die Linken stellt.
VG
*Max*
Das waren mindestens 1.200 Teilnehmer auf volkstreuer Seite in Chemnitz!
Zählt mal nur die Teilnehmer, die man auf dem Video, das auch in eurem Live-Ticker verlinkt ist, sehen kann: von einem Balkon aus sieht man den Demozug von „Der III. Weg“, wobei der Anfang gar nicht zu sehen ist. Der ist auf den Aufnahmen gar nicht zu sehen. Aber selbst der sichtbare Demozug zeigt mindestens 1.200 Rechte/Nationalisten!
Zählt selbst. Man muss sich nicht kleiner machen als man ist, das nutzt nur dem Feind. Auf nationaler Seite gibt es scheinbar die Tendenz nur ja nicht mit den Teilnehmerzahlen zu übertreiben (so wie es die Linken machen, die in Chemnitz die Gegendemo-Zahlen von 1.500 auf 4.000 hoch gelogen haben!)…aber man muss das Kind auch nicht mit dem Bade ausschütten und untertreiben! Das waren keine 800 – sondern Minimum 1.200! Korrigiert das bitte.