Gedichteinsendung : Friedrich Barbarossa

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– König Rotbart –

Welch ein Anblick, welch ein Brausen,
hört man´s durch die Gassen sausen.
Endlich – der neue König ist da,
sieh nur welch kräftig, rotes Haar!
Dazu noch der lange, lange Bart,
so markig rot mit Locken gepaart.
Vom Volke König Rotbart genannt,
hat er seine Verantwortung und Pflichten schnell erkannt.
Am 4. März 1152 in Frankfurt gekrönt,
haben Staufer und Welfen sich noch nicht versöhnt.
Doch Rotbart ist klug, er hält sie in Schacht,
stets ist er auf deren Ausgleich bedacht.
Wie einst schon Heinrich I. beschreitet er jenen Pfad,
Kirche bleibt Kirche und ist nicht der Staat !
Siehe seine politische Kunst als des Nachwelts Lehre,
unentwegt kämpft er für des Reiches Ehre.
18. Juni 1155, die Menge jubelt sich heißer,
es ist soweit – man krönt Barbarossa zum Kaiser.
Glücklich sind damit nicht alle, wie sich die Oberitaliener brüskieren,
dort begannen die Mailänder stürmisch zu revoltieren.
September 1158 beendete Kaiser Rotbart ihr zänkisches Getue,
die Mailänder kochten vor Wut, doch es ward Ruhe.
1162 rebellierten die Mailänder erneut rigoros,
doch Kaiser Rotbart strafte sie gnadenlos.
Heinrich der Löwe gönnt aus Raffgier sich den Schmaus,
und baut heimtückisch seine Macht im Reiche weiter aus.
Beim Italienfeldzug 1176 braucht der Kaiser dringend seine Hilfe,
doch der Löwe verweigert als sei er ein Pimpfe.
Mit einem blauen Auge davon gekommen und noch an der Macht,
spricht 1180 Kaiser Rotbart über Heinrich die Reichsacht.
Dadurch verliert der Raffsüchtige seine Herzogtümer und muß geh´n,
Verrat lohnt sich eben nicht, ihr habt es geseh´n.
Sultan Saladin überfällt und besetzt Jerusalem,
die heilige Stadt ist gefallen, zu Hilfe, aber von wem?
Hier geht’s nicht um Macht sondern um des Reiches Ehr,
1189 zieht Rotbart in den Kampf mit seinem Heer.
Mit seinen fast 70 Jahren noch immer ein stolzer Krieger,
in zahlreichen Schlachten war Kaiser Rotbart der Sieger.

Doch 1190, so wird berichtet,
wurde Barbarossa im kalten Bergfluss schwimmend gesichtet.
In Anatolien so heiß und das Wasser so kalt,
der Gebirgsfluss Saleph gebot seinem Leben den Halt.
Man fand den Kaiser ertrunken durch Herzschlag,
und durch das Reich erklingt leidvoll die Klag.
Das liebende Volk wollte sie nicht wahr haben – diese Niederlage,
so entstand von Kaiser Rotbart jene Sage.
Er ist nur in den Berg gefahren, wartend auf das Gebot,
er wird wieder kommen in Deutschlands größter Not.

 

Geboren: 1123
Gestorben: 10. 06. 1190 Anatolien