Gedenken an die Schlacht um Budapest

Am 10. Februar 2018 fanden in Budapest wieder Gedenkfeiern zu Ehren der in der größten Städteschlacht Europas gefallenen Helden statt. Neben einer zentralen Gedenkkundgebung nationaler Gruppen, welche in diesem Jahr seit langer Zeit wieder auf der Budaer Burg stattfinden konnte, fand zum zwölften Mal die Wander- und Gedenktour über 60 Kilometer statt. Hier beteiligte sich wieder eine größere Abordnung unserer nationalrevolutionären Partei.
Die Schlacht um die ungarische Hauptstadt war mit insgesamt 102 Kampftagen die längste europäische Städteschlacht des Zweiten Weltkrieges. Etwa 127.000 Soldaten der Achsenmächte, bestehend aus Deutschen und Ungarn sowie Freiwilligen anderer Länder, standen zu Beginn der Schlacht im Oktober 1944 über einer halben Million sowjetischer Soldaten gegenüber. In den Reihen der Sowjets kämpften auch viele Rumänen, welche im August 1944 Verrat an ihren deutschen Waffenbrüdern begingen und auf die Seite der Bolschewisten wechselten. Bei einer Unterzahl von 1:4 zu Beginn der Schlacht kämpften die Verteidiger der ungarischen Hauptstadt verbissen um jeden Meter Boden. Die anstürmende rote Soldateska wurde lange aufgehalten und musste einen gewaltigen Blutzoll entrichten.
Nachdem der Belagerungsring um Budapest Weihnachten 1944 von der Roten Armee geschlossen wurde, erwehrten sich die Verteidiger der geschichtsträchtigen Donaumetropole heldenhaft weiterhin der vielfachen Überzahl ihrer Gegner. Nach schweren Kämpfen hielten ungarische und deutsche Soldaten zuletzt lediglich den Burgberg. Die Lage war jedoch aussichtslos: Kaum Munition, noch weniger Verpflegung und kein Verbandsmaterial. Unter diesen Voraussetzungen entschieden sich die Militärführer vor Ort für einen Ausbruch aus dem Kessel. Eine Kapitulation vor der roten Soldateska kam sowieso dem Tod gleich. Am 11. Februar 1945 stürmten die Verteidiger schließlich unter hohen Verlusten gegen die russischen Linien an und erzwangen den Ausbruch. Von ca. 45.000 bis 50.000 Männern und Frauen erreichten lediglich ca. 700 die eigenen Linien.
Auf der Budaer Burg fand seit den Mittagsstunden des 10. Februar 2018 eine gut besuchte Gedenkveranstaltung nationaler Gruppen ab. Hier wurde im würdigen Rahmen der Leistungen der Krieger von damals gedacht, die in schier aussichtsloser Lage nicht aufgaben, sondern mit dem Mut der Verzweiflung bis zum Ende weiterkämpften. Den Reden in Ungarisch und Deutsch lauschten über 1.000 Personen, die sich zu der Gedenkveranstaltung bzw. zu der im Anschluss stattfindenden Wander- und Gedenktour versammelt hatten.

Gut gefüllter Platz auf der Budaer Burg
Gut gefüllter Platz auf der Budaer Burg

Die Wanderroute ist grob dem Weg nachempfunden, den die heldenhaften Verteidiger schwer kämpfend nahmen. Der Start befindet sich auf der Budapester Burg und mit einem Umweg über die Berge wird schließlich das Örtchen Szomor angesteuert. Bei der Tour über 59,65 Kilometer muss ein Aufstieg von ca. 2.130 m absolviert werden. Neben der großen Wanderung gibt es noch die Möglichkeit lediglich eine Teilstrecke von entweder 25 oder 35 Kilometer zu laufen. Schafft es der Wanderer in der vorgegebenen Zeit (25 Kilometer = 8 Stunden, 35 Kilometer = 10 Stunden, 60 Kilometer = 17 Stunden), so erhält er am Ziel eine Urkunde und eine Auszeichnung.
Um einen Nachweis über die gelaufene Strecke zu haben, müssen 13 Kontrollpunkte passiert werden. Hier erhält der Wanderer einen Stempel in seinen Laufzettel, in dem auch die Startzeit vermerkt ist. An den Kontrollposten erwarten den Teilnehmer Kontrolleure in zeitgenössischen Uniformen. Auch Verpflegung in Form von Schokolade, heißem Tee oder belegten Brötchen wird bereitwillig ausgeteilt. Verletzungen können ebenso an den Kontrollstellen versorgt werden.

Der letzte Berg ist genommen, der letzte Kontrollpunkt vor dem Ziel erreicht
Der letzte Berg ist genommen, der letzte Kontrollpunkt vor dem Ziel erreicht

Die Wetterverhältnisse für den 60 Kilometer Lauf in diesem Jahr waren relativ gut. Im Vergleich zu der sprichwörtlichen Schlitterpartie im Jahr 2017 lief man diesen Februar recht angenehm auf eher matschigem oder schneebedecktem Boden. Die glatten, vereisten Stellen mit akuter Rutschgefahr beschränkten sich vor allem auf ein dafür berüchtigtes Wegstück zwischen dem dritten und vierten Kontrollpunkt. Die Herausforderung schmälerte dieser glückliche Umstand jedoch nicht merklich. Eine Distanz von 60 Kilometern bei einem gleichzeitigen Aufstieg von ca. 2.130 Höhenmeter zu bewältigen erfordert von den Teilnehmern neben einer gewissen körperlichen Fitness vor allem einen starken Willen.

Über schneebedeckte Kuppen dem Ziel entgegen
Über schneebedeckte Kuppen dem Ziel entgegen

In der diesjährigen Reisegruppe unserer Partei befanden sich größtenteils Frauen und Männer, die sich das erste Mal am Bezwingen der Strecke versuchten. Der Großteil erreichte auch in der vorgegebenen Zeit das Ziel. Angetreten sind von unserer Partei in diesem Jahr Läufer aus den Stützpunkten Nürnberg-Fürth, Oberfranken, Westsachsen, Sauerland-Süd, Westerwald und der Region Bodensee. Fast jeder war nach den Strapazen entsprechend angeschlagen, einer der Läufer schleppte sich sogar über die letzten Kilometer stark angeschlagen in kleinen Schritten in das Ziel. Der Wille siegte auch hier über den Schmerz.

Ebene zwischen der Ortschaft Perbal und Szomor
Ebene zwischen der Ortschaft Perbal und Szomor

 

Urkundenausgabe im Ziel
Urkundenausgabe im Ziel

Neben der körperlichen Herausforderung steht natürlich das Gedenken an die verstorbenen Söhne Europas im Mittelpunkt. Während man, alleine mit seinen Schmerzen stundenlang durch die Budapester Berge zieht, schweifen die Gedanken sehr oft zurück. Am Wegesrand tauchen auch immer wieder Kreuze und Gedenktafeln auf, hell erleuchtet von Dutzenden Kerzen, die dort in die Nacht schimmern. Die andächtige Atmosphäre zieht jeden in ihren Bann. Vor den Gedenkorten versammeln sich Scharen von Läufern, halten inne, salutieren und gedenken der Helden der Schlacht von Budapest, den deutschen Soldaten und ihren ungarischen Waffenbrüdern.

Soldatengräber am Wegesrand
Soldatengräber am Wegesrand

Die Leistungen der Soldaten von einst erscheinen nach dem ausgiebigen Gedenkmarsch schier unglaublich. Zumal wenn man sich die im Februar 1945 katastrophale Versorgungslage im Kessel von Budapest vergegenwärtigt und die totale Materialübermacht der Russen mit einbezieht.

Nach dem Gedenkmarsch besuchte noch eine Abordnung der Reisegruppe den deutschen Soldatenfriedhof im Westen von Budapest.
Nach dem Gedenkmarsch besuchte noch eine Abordnung der Reisegruppe den deutschen Soldatenfriedhof im Westen von Budapest.

Unseren ungarischen und deutschen Helden von Budapest gebührt ewige Ehre!





1 Comment

  • Heldenhaft!
    Und der Dritte Weg hatte und hat die Ehre, das deutsche Volk – unsere tapferen Vorfahren wie uns Heutige – würdig zu vertreten.

    Mit dankbarem Gruß!

    Chrysostomos 01.03.2018