Menschenforschung: Rasse? Rassenbiologie? Gilt doch als veraltete Pseudowissenschaft! Was sagt die Wissenschaft, was steckt hinter dem „Reizwort Rasse“? Teil 4/4

Ein neuer Versuch einer Klassifizierung: Populationen statt Rassen

Luigi Luca Cavalli-Sforza zeigt in seinem Werk Probleme der Rasseneinteilung auf: Man müsste zwischen Nachbarpopulationen, die sich als Rassen bezeichnen möchten, statistisch signifikante Unterschiede nachweisen können. Das Problem sei, an welchem Punkt der genetischen Divergenz man die Grenzlinie für eine Definition von rassischer Verschiedenheit ziehen solle. In der Praxis könne man sagen, dass es kleine genetische Unterschiede auch zwischen den benachbarten Ortschaften gebe, diese seien jedoch nicht signifikant. Dies führt ihn zu drei unüberwindbaren Schwierigkeiten zur Definition von Rassen.

Die Erste wurde bereits erwähnt, das Signifikanzniveau sei willkürlich und hänge von der Genauigkeit der Daten ab. Die zweite Schwierigkeit sei noch größer: Die auf diese Weise festgestellten Barrieren würden fast nie ein abgeschlossenes Gebiet und damit eine in diesem Gebiet abgeschlossene Population zu bestimmen ermöglichen. Die dritte Schwierigkeit bestünde darin, dass diese Unterschiede zwischen den Nachbarn stets sehr klein und nur anhand einer großen Zahl von Genen feststellbar seien. (1-S. 39-41)

Auf den folgenden Seiten schreibt er, dass er nicht versuchen würde, eine neue Klassifizierung zu finden, ein Blick auf die genetische Variation zwischen den Ethnien würde zeigen, dass dieses Unternehmen scheitern müsse. Er ist der Meinung, dass es von Anfang an ein Kriterium fehlen würde, die es erlauben würde, ausreichend klare Unterteilungen vorzunehmen. Er hält es für vernünftiger, auf eine unmögliche oder völlig willkürliche Klassifikation zu verzichten.

Dass es genetische Unterschiede zwischen den Populationen gibt, bestreitet er gar nicht, so wie Gleichheitsfanatiker ihm das gerne nachsagen, so schreibt er: „Wir wissen heute, daß das die Regel ist, jede menschliche Population ist einzigartig nicht nur im Polymorphismus AB0, sondern auch bei vielen anderen genetischen Polymorphismen“

Und weiter: „Aber es gibt auch Variationen zwischen den Populationen, weil jede von ihnen unterschiedliche Häufigkeiten jedes Gens aufweist.“ (s. 27 und 29)

Zum Verständnis: Polymorphismus nach Mayr: „Die Existenz von zwei oder mehr Genotypen innerhalb einer Population“. Genotyp nach Mayr: „Gesamtheit der Gene eines Individuums“.

Nachdem wir dies nun festgestellt haben, kommen wir nun zum Kern Cavalli-Sforza`s Forschung, der Zusammenhang von Sprache und Genen. Zuerst erklärt er die Sprachfamilien, dass ähnliche Sprachen zu Sprachfamilien zusammengeschlossen werden, so wie die deutsche, englische, holländische und die flämische Sprache zusammengehören. Dann vergleicht er in einer Abbildung die sechzehn Sprachfamilien mit dem genetischen Stammbaum. Dort wurden Populationen, die den verschiedenen Sprachfamilien angehörige Sprachen sprechen, diese Familien selbst gegenübergestellt.

„Diese Populationen, die der gleichen Sprachfamilie angehören, sind auch unter genetischen Gesichtspunkten einander sehr ähnlich. Da der genetische Stammbaum 42 Populationen umfaßt (von denen einige als europäische zusammengefaßt werden), denen 16 Sprachfamilien entsprechen, müssen in der Regel mehrere Populationen dieses Stammbaumes zu einer Sprachfamilie gehören. In diesen Fällen zeigt sich, daß jene, die zur gleichen Sprachfamilie gehören, einander auf dem genetischen Stammbaum sehr nahe stehen.“ (S. 162)

Wir können festhalten, dass Populationen, die genetisch ähnlich sind, auch ähnliche Sprachen sprechen und Populationen, die genetisch verschiedener sind, auch verschiedene Sprachen sprechen. Mit diesen Studien wurde er bekannt und zu einer wichtigen wissenschaftlichen Größe in der Populationsgenetik und zu dem Thema Rassenkritik.

In diesem Kapitel geht er akribisch genau vor und erklärt anhand von Beispielen die genetischen Unterschiede zwischen den Populationen, so zum Beispiel, dass sich die Lappen durch relativ kurz zurückliegende genetische Vermischung zwischen dem europäischen und dem sibirischen bildeten, genau wie die Äthiopier, die sich aus afrikanischen und arabischen gebildet hätten. Dazu zeigt er auf, dass aus Vermischung entstandene Völker dazu neigen würden, nur eine der beiden Sprachen der Ursprungspopulation beizubehalten. Und etliche Seiten später räumt er ein, dass bei sehr lang andauerndem Genaustausch mit sehr verschiedenen Nachbarn Gene auch verdrängt werden können.

Jedoch gebe es auch Probleme bei seiner Einteilung, der genetische Stammbaum aus seiner Abbildung stimme nicht mit demjenigen überein, der durch eine andere Methode gewonnen wurde. Dann spricht er sich in einer Argumentation für eine der beiden Methoden der Erfassung aus. Hier sei scherzhaft bemerkt, dass wir dieses Problem doch aus der bösen Rasseneinteilung kennen, weshalb die gesamten Klassifikationsversuche abgewertet werden.

Im Anschluss zeichnet er nach, wie es zu dieser Übereinstimmung zwischen Gene und Sprachen kam. Zwei isolierte Populationen hätten sich sowohl sprachlich, als auch genetisch differenziert. Ökologische, geographische oder soziale Barrieren führten zu einer Isolierung und verhinderten somit den Genaustausch. Das hätte zur Folge, dass die betreffenden Populationen sich unabhängig voneinander entwickelten, weshalb die Unterschiede zwischen ihnen zunehmen würden. Die genetische Differenzierung nähme im Zeitverlauf regelmäßig zu, das gleiche gelte auch für die Sprachentwicklung. (vgl. S. 150- 187)

Nun soll uns Wikipedia einmal als Quelle dienen. Zur Person Cavalli-Sforza ist dort zu finden:

„Cavalli-Sforza wandte sich gegen die Einteilung der Menschen in Rassen. […]Er schlug stattdessen einen kombinierten Stammbaum vor, der 38 geographisch unterscheidbare menschliche Populationen nach ihrer genetischen Verwandtschaft und ihrer Zugehörigkeit zu 20 Sprachfamilien auflistet“ (2)

Wie war das doch gleich noch mal, er halte es für vernünftiger, auf eine unmögliche oder völlig willkürliche Klassifikation zu verzichten?! Nun tat er dies doch, zwar nannte er die genetischen Gruppen Populationen statt Rassen, aber da es sich um genetische unterscheidbare Gruppen handelt, die untersucht worden sind, kann man nicht sagen, dass er eine völlig andere Kategorie untersuchte.

Einen sehr interessanten Absatz stellt Wikipedia zur Verfügung, wenn wir unter Population (Anthropologie) nachschauen, dann finden wir auch die Verweise und den Stammbaum nach Cavalli-Sforza. Dort ist der Absatz zu entnehmen:

„Aus Populationen können theoretisch Unterarten und schließlich neue Arten entstehen, wenn sie isoliert voneinander sind. Die Ausbreitung des Menschen über die Erde hat in der Ur- und Frühgeschichte zu solchen isolierten Populationen geführt. Evolutionäre Anpassung an die veränderten Klima- und Umweltbedingungen, an andere Nahrungsmittel oder Krankheitserreger führte bei den meist recht kleinen Gruppen zur Ausbildung neuer Merkmale wie Haut-, Haar- und Augenfarbe, Körpergröße, Mongolenfalte, Schweißproduktion, Laktoseintoleranz und einigem mehr. Die moderne Humangenetik erlaubt es heute, anhand der genetischen Unterschiede zu berechnen, wann neue Populationen entstanden sind und wie sie sich ausgebreitet haben.“ (3)

Eine interessante Verbindung – aus Populationen können bei Isolierung Unterarten (Rassen) entstehen und damit wiederum neue Arten. Bestätigt dies nicht gerade dem Ansinnen der Rassenrealisten menschliche Unterschiede zu beschreiben und die Ausdifferenzierung der Menschen in unterschiedliche Gruppen zu klassifizieren?

Es erscheint, als ob dies nur ein weiterer Klassifizierungsversuch anhand einer anderen Untersuchungsmethode sei. Mit politisch korrektem Vokabular.

Die 38 genetisch unterscheidbaren Populationen stehen zum Beispiel der kombinierten Einteilung in 34 Rassen nach Coon-Garn-Birdsell gegenüber.
Wie viel unterscheidbare Populationen nun bestünden, darüber scheint keine klare Aussage zu bestehen. Cavalli-Sforza spricht selbst von 42 Populationen und 16 Sprachfamilien (s.o.), Wikipedia gibt bei dem Artikel zu seiner Person 38 Populationen und 20 Sprachfamilien an. Wie wir aus genanntem Link in Wikipedia zu dem anthropologischen Populationsbegriff erfahren können, wird von 51 Populationen ausgegangen. Auch hier zeigen sich die gleichen Probleme, wie bei dem Rassebegriff.

Es offenbart sich, dass die Forschung zu diesem Themenkomplex noch lange nicht abgeschlossen ist. Wie also politisch (UNESCO-Erklärung) und medial (MAZ-Artikel) behauptet wird, das Thema Rasse sei veraltet und überholt, kann abschließend so pauschal nicht beantwortet werden.

 

Weitere Forschungsergebnisse

 

Richard Lewontin und A. W. F. Edwards

In einem FAZ Artikel vom 17.11.2015 von ULF VON RAUCHHAUPT ist mit der Überschrift „Lewontins Fehlschluss“  ein anschaulicher Artikel erschienen, der den Fehlschluss Lewontins knapp zusammenfasst. Auf diesen Artikel soll sich hier bezogen werden. Dort ist zu entnehmen:

„Die Einteilung der Menschen in Rassen hat keine biologische Grundlage, heißt es oft. Leider stimmt das so nicht.“(4)

Dies geht auf einen weiteren viel zitierten Forscher dem Evolutionsbiologen, Genetiker und Marxisten Richard Lewontin zurück, der in einem Aufsatz 1972 schrieb:

„Eine Klassifikation nach Rassen hat praktisch keine genetische oder taxonomische Bedeutung.“

Dieser wertete Gendaten aus und kam zum Ergebnis:

„85,4 Prozent der genetischen Diversität der Menschen gingen demnach auf die individuelle Verschiedenheit der Menschen innerhalb ihrer ethnischen Gruppe zurück und von dem Rest noch einmal 8,3 Prozent auf Verschiedenheiten von Populationen derselben Ethnie. Für „rassebedingte“ Unterschiede blieben magere 6,3 Prozent“.

Er schlussfolgerte, dass das Konzept der Rasse unbrauchbar sei, da dies biologisch nicht geeignet wäre, den Menschen zu klassifizieren. Der Genetiker und Evolutionsbiologe A. W. F. Edwards kritisierte 2003 Lewontin in einem Aufsatz welcher als „Lewontins Fehlschluss“ bekannt wurde.

Dabei irrte Lewontin sich nicht in seinen Berechnungen, jedoch treffe die Aussage nur zu, wenn man Allele an einem einzelnen Genlocus (Genort) betrachte.

Zum Verständnis:
Ein Gen ist eine Erbanlage für ein bestimmtes Merkmal. Ein Allel ist die Funktionsform eines Gens, wie ein Gen ein Merkmal ausprägt. Diese Allele bewirken die Ausprägung der Merkmale, zum Beispiel ob eine Blüte eine rote oder weiße Farbe hat.

„Einzelne Individuen haben Genvarianten („Allele“) an verschiedenen Orten („Loci“) ihrer DNA. Nimmt man ein einziges Allel als Merkmal, klassifiziert man viele Individuen falsch.“

Ulf von Rauchhaupt zeigt in seinem Artikel anhand von Beispielen sehr deutlich auf, wie solch Berechnung funktioniere, das Ergebnis soll hier in Kürze zusammengefasst werden. Wer sich hier genauer informieren möchte, der Artikel befindet sich sehr weit unten unter dem ersten Artikel der verknüpften Seite. Betrachte man ein einziges Allel, läge man bei einer Klassifikation anhand von Gendaten zu 30 Prozent falsch.

„Betrachtet man dagegen die Allele von gleich drei Loci, sinken die Wahrscheinlichkeiten für die einzelnen Allel-Muster und damit letztlich auch das Risiko einer Fehlklassifikation.“

Zusammengefasst kommt v. Rauchhaupt bei drei Loci der Allele auf 21,7 Prozent, die fehl klassifiziert werden würden. Dies sei zwar noch viel, aber besser als das Ergebnis unter Berücksichtigung nur eines einzigen Locus. Umso mehr Loci man betrachte, umso geringer sei die Fehlklassifikation, bei zwanzig Loci sei diese nicht mehr vorhanden.

„Individuen können damit allein durch Genanalysen sicher bestimmten Gruppen zugeordnet werden. Lewontins Aussage, eine solche Klassifikation habe keine genetische oder taxonomische Bedeutung, ist falsch.“

2007 konnte der Kollege Edwards, David J. Witherspoon die These Edwards experimentell bestätigen. Nebenbei erwähnt stimmte der berühmte Evolutionsbiologe Richard Dawkins den Ergebnissen Edwards zu.

 

David Reich

Und was sagt nun eigentlich der eingangs erwähnte Populationsgenetiker und Professor für Genetik an der Harvard University David Reich zu dem Thema? Die Datenlage eines Cavalli-Sforza, der Reichs Mentor war, waren zu Zeiten Cavalli-Sforza noch relativ dünn im Gegensatz zu 2018. In den neunziger Jahren sei die Menge der verfügbaren Daten etwa 100.000 Mal geringer als heute gewesen, und dies war die Art von Daten, über die Luca Cavalli-Sforza verfügte. Reich und sein Team hätten bis heute mehr als 4200 Genome entschlüsselt. (5)

Er schrieb einen Beitrag in der New York Times welches aus seinem Buch: „Who we are and how we got there : Ancient DNA and the New Science of the Human Past“ stammte, das der aktuellste Beitrag in der geführten Debatte zum Thema ist.

Dort führte er aus, dass es einfach nicht länger möglich sei, die durchschnittlichen genetischen Unterschiede zwischen „Rassen“ zu ignorieren. Neuere genetische Studien hätten Unterschiede zwischen Populationen nicht nur in einfachen Merkmalen wie der Hautfarbe aufzeigen können, sondern auch bei komplexeren Merkmalen wie Körpermaße oder der Anfälligkeit für Krankheiten. In den letzten zwei Jahrzehnten wären bahnbrechende Fortschritte in der DNA-Sequenzierungstechnologie gemacht worden und mithilfe dieser Werkzeuge wäre herausgefunden worden, dass Rasse zwar ein soziales Konstrukt sein kann, Unterschiede in der genetischen Abstammung, die zufällig mit vielen der heutigen Rassenkonstrukte korrelieren, jedoch real seien. Er schreibt weiter, dass man hören könne, dass die biologischen Unterschiede zwischen den Bevölkerungen wahrscheinlich gering sein werden, weil die Menschen zu kurz von den gemeinsamen Vorfahren abgegangen seien, als dass wesentliche Unterschiede unter dem Druck der natürlichen Auslese entstanden wären. Das sei nicht wahr. Die Vorfahren von Ostasiaten, Europäern, Westafrikanern und Australiern wären bis vor kurzem 40.000 Jahre oder länger fast vollständig voneinander isoliert, was mehr als ausreichend sei, damit die Kräfte der Evolution wirken könnten. Jedoch schreibt er auch, dass es so etwas wie die Reinheit menschlicher Populationen nicht gebe. Die Genomforschung würde rassistische Argumente in der Luft zerreißen. (6)

 

Ist das Rassen-Konzept denn nun veraltet?

Die Frage lässt sich mit dem derzeitigen Stand nicht leicht beantworten.

Anzumerken sei hier, wer sich auf einen politisch-wissenschaftlichen Stand, und zwar der Deklaration von Schlaining, von 1995 beruft (UNESCO-Abkommen), dass der Begriff Rasse veraltet sei, bleibt auf diesem Stand zu der Zeit stehen, da ja nicht mehr zu diesem Thema geforscht werden solle. Das Thema Rasse wurde dort eingestampft, um die Rassendiskriminierung zu verhindern. Derjenige, der sich darauf beruft, übersieht dabei allerdings, dass die wissenschaftliche Erforschung stets weiter geht. Derjenige sollte folglich etwas vorsichtig sein, wenn er Anderen veraltete Konzepte nachsagt.

So wurde 1995 das Buch von J. Philippe Rushton: Race, evolution, and behavior: A life history perspective veröffentlicht und 2005 ins Deutsche übersetzt mit dem Titel: Rasse, Evolution und Verhalten: Eine Theorie der Entwicklungsgeschichte. Rushton war Professor für Psychologie und schrieb über 200 Fachartikel in Fachzeitschriften und mehrere Bücher. Rushton zeigte auf, dass individuelle Unterschiede von Angehörigen der drei menschlichen Großrassen in Bezug auf Intelligenz, Fortpflanzungsverhalten, Reifegeschwindigkeit, kriminelle Veranlagung und anderen Eigenschaften in erster Linie nicht durch soziale oder kulturelle Rahmenbedingungen verursacht, sondern genetisch veranlagt sind.

Es wurden auch Werke zu diesem Themenkomplex publiziert, die sich eher biopolitisch statt neutral wissenschaftlich mit dem Themenkomplex beschäftigten. Daher sollen beispielhaft zwei Werke solcher Art hier nur erwähnt werden.

2000 wurde das Buch: Reizwort Rasse: Grundlagen, Erkenntnisse, Folgen von dem U-Boot-Kommandant der Reichsmarine Johannes P. Ney geschrieben.

2003 erschien das Buch von dem franz. Schriftsteller Jacques de Mahieu : Volk – Nation – Rasse. Grundlagen der Biopolitik.

2003 veröffentlichte A. W. F. Edwards seinen Aufsatz welcher als „Lewontins Fehlschluss“ in die Fachliteratur einzog.

2004 erschien das Buch von Vincent M. Sarich, ein Professor für Anthropologie und Frank Miele ,ein Chefredakteur: „Race: The Reality of Human Differences“ Eine knappe Zusammenfassung des Buches findet ihr hier.

2008 erschien von dem Anthropologen Andreas Vonderach das Werk: Anthropologie Europas: Völker, Typen und Gene vom Neandertaler bis zur Gegenwart, aus welchen wir in Teil 1 dieser Reihe schon zitierten.

2014 schrieb der Wissenschaftsjournalist Nicholas Wade sein Buch A Troublesome Inheritance: Gene, Race und Human History und wurde in einem offen Brief New York Times angeprangert. Wade war Redakteur bei Nature und Science, zwei wichtigen wissenschaftlichen Fachzeitschriften und arbeitete bei der New York Times. Er beurteilte die Kritik, dass diese anhand politischer und nicht wissenschaftlicher Standpunkte vorgetragen wurde. Er beschrieb einen anderen Motor der Evolution, die Nischenbildung. So hätten die Juden für sich eine Nische geschaffen, indem sie sich auf das Kreditwesen fokussierten, was zu einem Selektionsdruck über den Weg der Intelligenz führte, nur die Klügsten hätten sich durchgesetzt. Er geht davon aus, dass sich unterschiedliche Gesellschaftssysteme bei den kontinentalen Großgruppen herausgebildet hätten, dies sei durch Selektion geschehen, in dem sich verschiedene Verhaltensgene durchsetzt hätten.(vgl. 7)

2018 erschien das Buch von David Reich – Who we are and how we got there über den wir in diesem Artikel schon berichteten.
Das sind jedoch nur die Werke, die dem Autor zu diesem Themenkomplex bis dato bekannt sind. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Schlussfolgerung

Festzuhalten ist, dass die Diskussion immer wieder aufflammt. Schon Dobzhansky schrieb, dass das was wir heute nicht beweisen können, morgen schon beweisbar sein könnte. Daher sollten wir stets offen sein für neue Erkenntnisse der Naturwissenschaften um danach unsere Ziele und politische Handlungen neu auszurichten, anstatt starr an dogmatischen Erklärungen festzuhalten. Dogmatismus scheitert letztendlich immer an der Wirklichkeit.

Ein klareres abschließendes Fazit kann in diesem Artikel zum Thema „Rasse“ leider nicht gezogen werden, da die klare, wissenschaftliche Sicht auf das Thema durch den politisch-korrekten Nebel verdeckt wird. Die Naturwissenschaft wird uns bei hinreichender Erforschung ein endgültiges Ergebnis aufzeigen. Zum Beispiel sei es David Reichs Ziel, eines Tages eine Landkarte weltweiter genetischer Variationen zu erstellen, eine Art genetischen Atlas der Menschheit. Jedoch können wir mit dem zusammengetragenen Wissen schon einmal festhalten, dass die Beurteilung des MAZ- Artikels zu einseitig, pauschal und leichtfertig ausgesprochen wurde. Dieses Thema ist zu komplex als das es mit den Worten „pseudowissenschaftlich“ und „veraltet“ abzuwinken sei. Aktuell lassen sich nur die jeweiligen Standpunkte zusammen tragen und gegeneinander abwägen.

Da eine abschließende Erklärung noch aussteht, muss sich ein Jeder überlegen, welche Richtung er für sinnvoll erachtet. Hält man es wie die Antirassisten zum Beispiel eines Cavalli-Sforza, dass alle Menschengruppen (Rassen/Populationen) sich vermischen sollten, wodurch es weniger Unterschiede zwischen den Gruppen gebe mit dem Ziel, den Rassismus zu verhindern. Oder hält man es wie die Naturschützer, die die biologische und kulturelle Vielfalt erhalten wollen, da dies in Krisenzeiten zur Absicherung der Art Homo sapiens diene. Denn auf eine „Weltkultur“ reduzierte Menschheit würde, laut Eibl-Eibesfeldt, erheblich an adaptiver Breite verlieren, da jede Kultur ja einen besonderen Versuch darstelle, das Überlebensproblem zu meistern, und in der Fülle der Kulturen gewann die Menschheit eine Anpassungsbreite, die in Krisensituationen von Bedeutung sein würde.

Wir können festhalten, dass die Rasse kein soziales Konstrukt ist, sondern biologische Wirklichkeit. Es gibt bei der Tierzucht klar abgrenzbare Rassen, zum Beispiel bei den Hunden: von einem Deutschen Schäferhund zur argentinischen Dogge bis hin zu einem Deutschen Jagdterrier oder einem Chiwawa, Rassen sind Naturtatsachen. Da es sie gibt, kann man von dieser Grundlage aus weiter diskutieren. Bspw. ob man menschliche Rassen genauso gut abgrenzen kann wie Hunderassen. Bei der Hunderasse wird künstliche Auslese betrieben, der Genfluss unterschiedlicher Rassen wird vom Züchter verhindert, wohingegen bei dem Menschen ein lang anhaltender Genfluss stattfindet und keine künstliche Selektion betrieben wird. Auch über die Grenzfälle kann man streiten.

Die Ursache ist hier in der Migration und dem Genfluss zu finden. Solange Populationen geographische Isolation überwinden und ein Genfluss unter ihnen besteht, entstehen Übergänge, sodass sich keine scharfen Grenzen bilden können. Ist daraus zu schließen, dass die unterscheidbaren Populationen gar nicht existieren? Eine Analogie dazu soll die Kategorie „Farbe“ darstellen. Dass die Farbe Blau existiert, bestreitet wohl keiner, obwohl es möglicherweise schwer zu unterscheiden ist, wo Blau aufhört Grün anfängt. Dies sind Fragen und Probleme, die noch besser erforscht werden müssen. Da es bei der Zucht jedoch gelingt, Rassen zu erzeugen, können wir davon ausgehen, dass Rasse ein biologisches Konzept ist, welche genetische Grundlagen besitzt. Daher gibt es aus biologischer Sicht keinen Grund, den Begriff Rasse als überholt zu bewerten. Lediglich von dem typologischen Rassebegriff müssen wir uns verabschieden, der eine Homogenität innerhalb der eigenen und Heterogenität zu anderen Gruppen annimmt.

Wir möchten mit den Worten Ruhstens schließen, der die Verwirrung politisch korrekter Zahlenakrobatik überzeugend aufdeckt:

„Schließlich gehen diese Erklärungen soweit, daß die Menschen 98 Prozent ihrer Gene mit den Schimpansen teilten und es daher keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Menschengruppen geben könne.[…]Diese 98 Prozent-Zahl ist eindeutig schief. Bei dieser Messung teilen die Menschen auch 90 Prozent ihrer Gene mit Mäusen, weshalb Mäuse auch hervorragende Versuchstiere abgeben. Die Menschen teilen auch 50 Prozent ihrer Gene mit der Ananas! Auf der physikalischen Ebene teilen die Menschen 100 Prozent ihrer Moleküle mit den Monden, die den Planeten Saturn umkreisen! Ginge es nicht um die Macht des vorherrschenden, unanfechtbaren politischen Dogmas, wäre es fast unvorstellbar, daß solche Zahlen hochgerechnet wurden, um die Existenz von wichtigen menschlichen Unterschieden zu leugnen.“ (8- S.19)

 

 

Quellenverzeichnis:

1. Luigi Luca Cavalli-Sforza, „Gene, Völker und Sprachen-Die biologischen Grundlagen unserer Zivilisation“, 1996, Carl Hanser Verlag
2. https://de.wikipedia.org/wiki/Luigi_Luca_Cavalli-Sforza abgerufen am 29.08.2019
3. https://de.wikipedia.org/wiki/Population_(Anthropologie) abgerufen am 08.03.2019
4. https://www.faz.net/aktuell/wissen/leben-gene/gibt-es-menschliche-rassen-13917542.htm Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom 17.11.2015 von ULF VON RAUCHHAUPT der Artikel: „Lewontins Fehlschluss“, abgerufen am 08.03.2019
5. https://www.nytimes.com/2018/03/23/opinion/sunday/genetics-race.html abgerufen am 09.03.19
6. https://www.edge.org/conversation/david_reich-the-genomic-ancient-dna-revolution abgerufen am 09.03.19
7. https://www.faz.net/aktuell/wissen/leben-gene/gibt-es-menschliche-rassen-13917542.htm Frankfurter Allgemeine Zeitung, Artikel: „Das Fremde und das Vertraute“ von JÖRG ALBRECHT, abgerufen am 09.03.19
8. J. Philippe Rushton: Deutsche Ausgabe, Rasse, Evolution und Verhalten: Eine Theorie der Entwicklungsgeschichte. Ares-Verlag, Graz 2005

 

Zum Nachlesen: Teil 1, 2, 3

 

 

 

 

 

 

 





2 Kommentare

  • Ich kenne mích in dem Bereich ein wenig aus. Betrachten wir Cavalli-Sforzas genetischen Stammbaum bei Wikipedia:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Luigi_Luca_Cavalli-Sforza#/media/File:Menschlicher_Populationsstammbaum.png

    Unten sieht man eine Skala, geeicht in Jahren. Eigentlich sind das aber genetische Abstände zwischen den Knoten und Blättern des Baumes. Also die Zahl der Unterschiede zwischen den dort untersuchten Genen. Die Knoten des Baumes interpretiert man als die jeweils jüngsten gemeinsamen Vorfahren der davon abstammenden Populationen.

    Dieser Stammbaum unterteilt die Populationen in Gruppen, die voneinander deutlich weiter entfernt sind, als die Populationen innerhalb einer solchen Gruppe. Zuerst gab es demnach die Aufspaltung in „Afrikaner“ und „Nichtafrikaner“, letztere spalteten sich in „Südostasiaten“ und „Nordeurasier“, die Nordeurasier spalteten sich in „Kaukasier“ und „Nordmongolen“ usw.. Die Äste in diesem Stammbaum entsprechen also genau dem, was man gemeinhin als „Rassen“ bezeichnet. Indem er die Existenz von Rassen leugnet, widerspricht sich Cavalli-Sforza schon allein dadurch, dass er die Äste seines Baumes entsprechend beschriftet hat.

    Die Unterschiede sind auch sehr wohl signifikant: Zwischen Europäern und Afrikanern entspricht der genetische Abstand demnach etwa 240000 Jahren Evolution, also zweimal dem Abstand zum gemeinsamen Vorfahren. Zwischen Europäern und Arabern sind es nur noch etwa 25000 Jahre.

    Im Gegensatz dazu findet man den gemeinsamen Vorfahren zweier beliebiger Deutscher vor durchschnittlich etwa 600 Jahren, wenn ich mich recht erinnere. Das unterscheidet sich um Größenordnungen (!) von dem genetischen Abstand zwischen uns und den meisten Einwanderern, die nach Deutschland kommen. Wir Deutschen als Volk sind so etwas wie ein große Familie, und die Ausländer, die gehören eben zu ganz anderen Familien.

    G 23.03.2019
  • Was wußten unsere Vorfahren? Warum steht in alten Schriften etwas von unterschiedlichen, menschlichen Rassen, weiß, rot, gelb, braun und schwarz? Wer hat einen Nutzen davon, die Masse der Menschheit von dem Wissen fernzuhalten? Was hat es mit Rassismus zu tun, wenn man die Vielfalt der Menschheit anerkennt? Es geht doch nicht darum, die eine Rasse über die andere zu erheben.
    Die angesprochenen Populationen sind das Ergebnis zahlreicher Kreuzungen, die es über die Jahrtausende hinweg gegeben haben muß, wenn die Vertreter der Rassen aufeinander trafen und sich mit ihnen, aus welchen Gründen auch immer, vermischten.
    Aus der Tierwelt ist bekannt, daß Hybriden langfristig nicht überlebensfähig sind und nach mehreren Generationen ihre Fortpflanzungsfähigkeit verlieren. Warum ist das wohl so? Entsteht durch Kreuzung womöglich etwas Ungewolltes, gegen Krankheiten anfälliges Leben? Reinrassige Tiere sind ihren artgleichen Hybriden an Widerstandskraft und körperlicher Kraft weit überlegen. Warum sortiert die Natur Bastarde aus? Wenn neue Arten entstehen, dann sind diese immer rein und bilden eine Spezies für sich.
    Es wäre für alle hilfreicher, die Unterschiede anzuerkennen, um dann gemeinsam davon profitieren zu können, als diese permanente Gleichmacherei und die Zeitverschwendung in „wissenschaftliche“ Forschungen. Es ist ein Faktum, daß es keine Gleichheit unter den Menschen gibt, weder innerhalb eines Volkes noch in der großen Völkerfamilie. Warum entwickeln sich Kontinente so unterschiedlich, wenn doch alle die gleichen geistigen und körperlichen Voraussetzungen haben? Wieso schaffen es die Afrikaner noch immer nicht zu einer gefestigten Zivilisation? Weil die Weißen sie davon abhalten? Das ist doch absurd? Warum war China über Jahrtausende führend und fiel dann urplötzlich in seiner Entwicklung zurück, um jetzt mit Hilfe deutschen Knowhows abermals zu einer bedrohlichen Weltmacht zu erwachsen? Haben die etwa all ihr früheres Wissen vergessen? Werden schon bald über die neue „Seidenstraße“ chinesische Truppentransporte nach Europa rollen, um uns mit dem neuen chinesischen Maoismsus-Marxismus-Gemisch zu beglücken?
    Im 19. Jahrhundert gab es auf all diese Fragen bereits Antworten. Waren die damals schlauer als wir heute? Oder anders gefragt, ist unser heutiges Herumirren nichts weiter als der Beweis für eine weiter um sich greifende Verdummung, um es harmlos auszudrücken?
    Ich für meinen Teil erkenne die Verschiedenheit der Menschen an und akzeptiere, daß es rassische Unterschiede gibt, die es im Zusammenleben miteinander zu achten und zu beachten gilt. Was bitte ist daran so schwer? Man kann trotzdem oder erst recht, gemeinsame Ziele definieren und erreichen, ohne sich zu diskriminieren, jeder nach seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Voneinander lernen, war noch nie ein verkehrter Ansatz. Wer will genau das verhindern und blockieren?

    Scharf 20.03.2019