Traditionelle Sonnenwende im Westerwald

 

Es ist wichtig, dass es noch Menschen gibt, die diese Feste durchführen. Dass man sich hier trifft und Brauchtum lebt.“ Worte eines Aktivisten einem zur Seite gestellt mit dem Blick auf den Feuerstoß, aus dem zuvor die Funken gegen Himmel loderten. Die Funken sinnbildlich als Quell des Lebens, der unermüdlichen Schaffenskraft – die Flamme zum Trotze und zur Wehr. Welche Kraft einem der Anblick dieser zerstörenden Naturgewalt spenden kann, spürte ein jeder in dem Bunde. Niederreißend und vernichtend, dass aus der Asche neues Leben auferstehen kann.

Noch lange stand man so da und blickte in das Feuer, das allmählich sich selbst verzehrend zu erlöschen begann. Erst wild brausend und um sich schlagend, nun nur noch ein kleines knisterndes Häufchen aus verkohltem Geäst. Und wie der Geist durch die Feuerrede mitschwang, sich zu erheben, über sich hinaus zu wachsen – Kampfgeist zu wahren und an dieser Gemeinschaft Treue zu üben – gleich die Flammen gegen Himmel schlugen als würden sie der Worte sinnbildliche Untermalung geben, so ist auch jetzt der Geist klein geworden. Klein zur Einkehr, zur Ruhe und Besinnung.

Doch nicht, wie man meinen kann durch Reue und Schuld – nein eine allwissende Stille, die tief auf fester Überzeugung ruht. Eine Überzeugung, die heute an diesem Tage in dem Bunde der treuen Gemeinschaft neu gefestigt wurde. Auf der richtigen Seite zu stehen – auch wenn es einem wahrlich oft finster um die Hoffnung wird. Hoffnung, die es gilt als national und sozialistisch gesinnter Mensch zu erhalten – nicht zu verlieren – nicht zu zagen. “Doch wie’s auch kommt, das arge Spiel, Behalt ein tapfer Herze, Und sind der Feind auch noch so viel, Verzage nicht im Schmerze“, wird es deshalb auch in einem dem uns bekanntesten Freiheitslieder der Bewegung gesungen, das auch an diesem Abend die Feierfolge zur Sonnenwendnacht abrundete.

Wer jetzig Zeiten leben will,
Muss haben ein tapfer Herze,
Es sein der argen Feind so viel,
Bereiten ihm groß Schmerze.
Da heißt es stehen ganz unverzagt
In seiner blanken Wehre,
Dass sich der Feind nicht an uns wagt,
Es geht um Gut und Ehre.

Geld allein regiert die Welt,

Dazu verhilft betrügen;
Wer sich sonst noch so redlich hält,
Muß doch bald unterliegen,
Rechtschaffen hin, rechtschaffen her,
Das sind nur alte Geigen:
Betrug, Gewalt und List vielmehr,
Klag du, man wird dir’s zeigen.

Doch wie’s auch kommt, das arge Spiel,

Behalt ein tapfer Herze,
Und sind der Feind auch noch so viel,
Verzage nicht im Schmerze.
Steh gottgetreulich, unverzagt,
In deiner blanken Wehre:
Wenn sich der Feind auch an uns wagt,
Es geht um Gut und Ehre!

Üblich zur Gestaltung der Sonnenwende ist nicht nur das Erleben der Feierfolge zur Abenddämmerung an sich, sondern das Leben in der Gemeinschaft über den ganzen Tag hinweg. So trafen sich um den 21. Juni Aktivisten aus den verschiedenen Stützpunkten des Gebietsverbandes West auf einer idyllischen Anhöhe des Westerwaldes, um gemeinsam friedreiche Stunden fernab des alltäglichen Lärmen und Hetzen zu verbringen.

Auf dem Programm stand neben Köstlichkeiten vom Grill und dem Kuchenbuffet, auch ein abwechslungsreiches Wettkampfangebot in verschiedenen Disziplinen. Hier galt es sich in Geschicklichkeit, Stärke und Wissen zu duellieren.

 

 

 

Auch für die Kleinsten im Bunde gab es ein Angebot vom Armbrustschießen mit Saugknöpfen hin zu einem Steckenpferderennen bei dem Äpfelkanten aus einem Wasserfass gewischt werden mussten. Am Ende eines solch schweißtreibenden Wettstreites mussten in aller Natürlichkeit auch Sieger hervorgehen, die mit einer Flasche Honigwein und Urkunde gefeiert wurden. Seifenblasen und selbstgestaltete Medaillen erhielten die kleinen Sieger und augenblicklich netzten glasig schimmernde Blasen, die in allerlei Größe hinauf und hinweg stiegen, die blumenreiche Sommerwiese, die sich ins Tal herab streckte.

 

 

Währenddessen waren einige Aktivisten bereits im angrenzenden Wald und richteten den Platz und den Feuerstoß zur späteren Sonnenwende her. Auch dies ist ein gelebter Brauch – gemeinsam den Stoß für das Feuer zu errichten. Ebenso heilig und würdig, wie die spätere Entzündung der Glut zum Kult der Sonnenwendnacht.

All das, von Beginn an, wenn wir uns finden, bis hin zum Erlöschen der Flamme und dem Heimtragen des Feuers, all das ist gelebte Kultur – gelebter Brauch. Wir können es erahnen, indem wir es erleben und müssen so unweigerlich die Bräuche unserer Zeit anpassen. Sprach man eben noch davon, aus dem heiligen Sonnenwendfeuer einen Scheit mit nach Hause zu nehmen, um dort den Herd der Heimstätte zu entzünden, so erscheint das heute nicht zeitgemäß und von keinerlei Wert. Aber das Feuer, das wir entzündeten, können wir in unser Herz geschlossen nach Hause tragen. Und wir tragen die Flamme weiter, denn…

Die Tradition des Blutes verpflichtet uns.
Die Tradition des Blutes vereint uns.
Die Tradition des Blutes verewigt uns.