Ideologische Thesen gegen weltanschauliche Grundpfeiler (Teil 4)

In dieser Artikelreihe möchten wir uns mit unseren weltanschaulichen Kernelementen und deren ideologischen Gegenvorstellungen auseinandersetzen. Es soll in kurzen Episoden unsere Weltanschauung vermitteln.

Wie ist der Mensch aufgrund seiner biologischen Natur beschaffen, wo können wir durch kulturelle Werte seine angeborenen Verhaltensweisen zügeln und wo liegt die Grenze der Erziehbarkeit des Menschen? Diese Fragen werden wir berücksichtigen, wenn wir uns in unserem vierten Teil mit der Frage beschäftigen, ob wir einen pazifistischen oder wehrhaften Standpunkt einnehmen, um den Problemen der Welt zu begegnen.

Multikulturelle Einwanderungsgesellschaft oder Nationalstaat

In unserem dritten Teil beschäftigten wir uns mit den Problemen einer multikulturellen Einwanderungsgesellschaft und stellten dieser unsere Vorstellung eines Nationalstaates entgegen, in dem die jeweils völkische Gemeinschaft unter sich lebt. Wir fanden heraus, dass die kulturelle Zielstellung einer offenen Welt ohne Grenzen, die in einer multikulturellen Einwanderungsgesellschaft endet, der Natur des Menschen widerspricht. Der Mensch ist ein Kleingruppenwesen und kein Weltbürger, eine multikulturelle Einwanderungsgesellschaft löst die Probleme nicht, sie schafft sie und löst das Staatsvolk letztendlich auf.

Pazifismus gegen Wehrhaftigkeit

 

Der Pazifismus

Mit einer internationalen Ausrichtung ist auch immer der pazifistische Gedanke verbunden. Pazifismus ist eine ethische Grundhaltung und bezeichnet die Lehre vom „Frieden schließen“.

Der Ursprung des Pazifismus liegt in der franz. Revolution, wodurch sich eine „Friedensbewegung“ bildete.
Den Durchbruch erzielte diese Idee jedoch erst beim 10. Weltfriedenskongress 1901, in dem sich der Name Pazifismus etablierte und die Idee zum Durchbruch gelangte. Seitdem haben sich viele Ableger gebildet, sowohl organisatorische, als auch ideologisch-theoretische.

Pazifismus ist das Streben nach einem ewigen Frieden, eine Utopie. Zwei grundsätzlich unterschiedliche Strömungen möchten wir hier kurz vorstellen. Eine Richtung des Pazifismus lehnt den Krieg ab und möchte das friedliche Miteinander auf der Welt erreichen. Das Töten im Krieg setzen sie oft mit Mord gleich. Zu den wichtigsten Begründungen gehört der Bezug auf das Menschenrecht. Dies garantiere das Recht auf Leben und körperlicher Unversehrtheit, das durch kriegerische Handlungen verletzt werden würde. Das Ziel „der ewige Friede auf der Welt“ steht im Mittelpunkt, um dieses zu erreichen, kann auch Gewalt legitim sein.

Eine hiervon zu unterscheidende Richtung ist der Auffassung, Gewalt gänzlich abzulehnen. Ihre Bestrebungen richten sich auf den völligen Verzicht von Gewalt. Die langfristig gewaltfreien Beziehungen stehen im Mittelpunkt. Daraus resultiert die Weigerung auf die Ausübung des Militärdienstes und die Verwendung von Waffen. Da Gewalt allgemein abgelehnt wird, darf dieses auch nicht als Methodik eingesetzt werden, Kriege zu verhindern. Häufig wird die Anwendung von körperlicher Gewalt, auch wenn diese zur Verteidigung dient, als schädlich angesehen. Es ist eine Folge dieses Denkens, dass die Polizei, als Form der staatlichen Gewalt, die gewaltsam gegen Verbrecher vorgehen, auch abgelehnt wird.

Aufschub erhielten die Friedensbestrebungen nach großen kriegerischen Konflikten. So hatte man jeweils nach beiden großen Weltkriegen eine „Nie-wieder-Krieg-Stimmung“, auch nach den Atombombenabwürfen auf Nagasaki und Hiroshima hatte man Angst vor einer zerstörten Welt.

Pazifistische Bewegungen beschäftigen sich inhaltlich mit den Auswirkungen aggressiver und gewalttätiger Verhaltensweisen und versuchen, gewalttätige Konflikte zu verhindern. Ihr Aktivismus richtet sich nicht gegen die Konfliktursachen und ist auch nicht lösungsorientiert. Er richtet sich in zerstörerischer Weise gegen ausführende Organe, gegen die Soldaten, die als Mörder verunglimpft werden und gegen die Waffenindustrie, die die Waffen für die Austragung der Konflikte liefert.

Möchten wir den Menschen untersuchen, müssen wir zwei Ebenen des menschlichen Verhaltens untersuchen. Der Mensch ist ein biologisches Lebewesen, welches primär durch seine Instinkte gesteuert wird. Der Unterbau menschlichen Verhaltens ist somit die Instinktebene, erst darüber lagert sich die kulturelle Ebene des menschlichen Verhaltens. Häufig wird der Fehler gemacht, den Menschen und dessen Verhalten nur einseitig zu erforschen und die biologische Komponente völlig außen vorzulassen, so wie es in der Soziologie leider allzu häufig vorkommt. Wenn jedoch die Ursache eines Verhaltens nicht betrachtet wird, kann die Symptombehandlung auch nicht erfolgreich verlaufen.

Die Ursache des Krieges wird in der Gewalttätigkeit des Menschen gesehen, Ursache der Gewalt sei wiederum die menschliche Aggressionsbereitschaft. Um folglich den Krieg zu verhindern, müsse man den Menschen friedfertiger machen, das wird über die Erziehung der Kinder versucht. Eine wesentliche Fehlerquelle stellt die pädagogische Arbeit mit Kindern dar. Gerade hier ist es grundlegend, dass sich das Menschenbild, welches Pädagogen von dem Menschen haben von aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaft gestützt wird. Die Pädagogik ist eine handlungsorientierte Erziehungswissenschaft, die sich mit der Theorie und Praxis von Kindern und Jugendlichen befasst. Ihre theoretischen Konzepte entstammen zumeist, historisch bedingt, den Geisteswissenschaften, wie der Psychoanalyse, Psychologie und der Soziologie. Auf Grundlage dieser Wissenschaften entwickelt die Pädagogik ihre Handlungskonzepte. Wir finden Unmengen an milieutheoretischen Modellen innerhalb pädagogischer Fachliteratur.

 

Menschliche Aggressionsentstehung

Die Aggression wird in unserer Gesellschaft als etwas Böses aufgefasst, etwas, das uns zu destruktivem Verhalten triebe. Vandalismus, Körperverletzungen und Krieg seien seine unmittelbaren Auswirkungen. Daher solle man ein aggressionsfreies Umfeld schaffen, um die Aggression aus unserer Gesellschaft zu verbannen, dazu fordern sie die „Erziehung zur Gewaltlosigkeit“. Eine Diskussion mit Menschen dieser Zielstellung, die häufig dem linken Umfeld zuzuordnen sind, leidet darunter, dass sie außer ihrer ideologischen Motivation wenig Sachkenntnis mitbringen. Angesichts ihrer Denkfehler stört die Lautstärke, mit der sie sich äußern.

Schauen wir uns einmal die fachlichen Ausführungen zur Entstehung der Aggression an. Die Pädagogik kennt zum Beispiel die „Aggressions-Frustrations-Hypothese“, diese besagt, dass Frustrationen unmittelbar zu Aggressionen führen können, dies ist experimentell auch bestätigt worden. Allerdings wird kein eigener Aggressionstrieb angenommen. Frustration erwachse aus Entbehrungserlebnissen, so wird es angenommen. Man machte alles Mögliche für aggressives Verhalten der Menschen verantwortlich, das Trauma der Geburt, das Abstillen, die Sauberkeitserziehung und die Unterdrückung der „kindlichen Sexualität“, alles ohne gesicherte Daten. Das führte zu einer permissiven Erziehung, in der den Kindern kaum Grenzen und Regeln aufgezeigt werden – mit entsprechenden Folgen. Auch wenn in dieser Hypothese Wahrheit steckt, beleuchtete sie den Menschen einseitig aus kultureller Perspektive und vernachlässigte den biologischen Unterbau des Menschen und so zog man die falschen Schlüsse.

Ebenso die Trieblehre aus der Psychoanalyse, die jedoch heute immer noch gelehrt wird, erwies sich als falsch. S. Freud nahm an, dass dem Menschen ein Aggressionstrieb zugrunde liegt. Er erfand jedoch einen mystischen Todestrieb, der als Gegenspieler des Lebenstriebes den Menschen zu aggressiven Verhalten treibe. Auch dieses Konzept ließ sich wissenschaftlich nicht halten und wurde von der biologischen Triebtheorie der Aggression (von K. Lorenz, vgl. 1) abgelöst, welche jedoch keinen offiziellen Weg in die Pädagogik fand. Das ethologische Konzept nimmt an, dass die innerartliche Aggression ein echter Instinkt mit eigener endogener Erregungsproduktion sei. Dieses Konzept wird durch eine Reihe von Befunden aus der Hirnforschung gestützt.

 

Wehrhaftigkeit

Wehrhaftigkeit ist der organisierte Wille, sich mit allen Mitteln zu behaupten und zu verteidigen. Der Wehrgedanke ist keine Absage an den Frieden, er möchte keinen Krieg. Wir sind der Auffassung, dass jedes Volk nur frei und sicher ist, wenn eine Wehrbereitschaft vorhanden ist. Wehrdienst ist Ehrendienst an Volk und Heimat, die Ablehnung des Soldatentums widerspricht dem Gesetz der Gemeinschaftserhaltung. Daher muss die Hetze der Massenmedien gegen Soldaten abgeschafft werden.

Unser Volk hat kein expansionistisches Ziel, jedoch sollte der römische Grundsatz beherzigt werden: „Rüste zum Krieg, wenn du den Frieden erhalten willst“. Das oberste Gebot besteht darin, dass der Soldat nur für die Sicherheit des eigenen Volkes eingesetzt werden darf. Ein Volk kann nur nach seiner Eigenart leben, wenn alle Mitglieder bereit sind, sich für ihre Nation einzusetzen, daher ist der Wehrgedanke eines Volkes unweigerlich mit dem Nationalismus verbunden.

Die Wehrhaftigkeit ist verbunden mit der Selbstbehauptung eines Menschen, welche der Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse dient. Wir haben verlernt uns zu verteidigen, uns selbst zu behaupten, wir gaben unser Recht der Selbstbehauptung in die Hände des Staates, dass dieser unser Recht wahre und für uns Recht spricht. Was ist jedoch, wenn der Staat mit seiner Polizeigewalt gegen die Interessen seines eigenen Volkes handeln würde? Wir haben es verlernt, gegen diese Widerstände zu streiten, der Deutsche zieht lieber seinen Kopf ein und versucht möglichst nicht anzuecken. Wir sind zu einem Volk von Duckmäusern geworden. Sich selbst und seine Angehörigen zu verteidigen, stellt nach unserer Ansicht ein Grundrecht dar, welches biologisch verankert ist, das notfalls auch mit Gewalt eingefordert werden muss.

K. Lorenz (1 ff.) beschrieb, dass ein Mensch, der keinerlei aggressiven Impuls in sich hätte, auch keinerlei Persönlichkeit hätte. Wir stimmen dem zu, denn ein Mensch, dem jeglicher Impuls fehlt sich gegen andere durchzusetzen, seine eigenen Interessen nicht vertreten kann, gilt als charakterlos, unfähig seine Bedürfnisse zu befriedigen und wird zugrunde gehen.

Irenäus Eibl-Eibesfeldt (2, S. 556) beschreibt, dass wenn wir einen Menschen so erziehen würden, dass er nicht mehr ärgerlich oder zornig werden würde, man ihm die Möglichkeit nehmen würde, sich zu wehren. Eine erlernte Hilflosigkeit wäre die Folge. Hätte er keinen aggressiven Impuls, könne er sich nicht mehr gegen Unterdrückung auflehnen und gegen Ungerechtigkeit aufstehen, kein Mensch würde mehr dem anderen zu Hilfe kommen.

 

Herbert Schweiger sagte einst:

 

„Wenn man klar Gesicht zeigt, wird man auch vom Gegner respektiert. Der größte Fehler ist es, sich für seine Grundeinstellung zu entschuldigen.“

 

Schweiger zeigte auch auf, dass Wohlstand und Freiheit unter den härtesten Lebensbedingungen entstehen, welche sich über einen Zeitraum vieler Generationen erstreckte. Jeder einzelne, ob Bauer, Arbeiter, Techniker, Lehrer oder Arzt musste seine ganze Kraft aufbringen, um seine Existenz zu sichern und den Wohlstand der Gemeinschaft aufzubauen. Der Soldat setze sein Leben dafür ein, diesen Wohlstand der Gemeinschaft zu sichern. Wohlstand und Freiheit müssen erarbeitet, erlitten, erkämpft und verteidigt werden. Und diesen hart erarbeiteten Wohlstand und unsere Freiheit, nach unserer eigenen Vorstellung zu leben, sollen wir aufgeben, an den Bevölkerungsüberschuss anderer Völker abtreten, weil man eine Utopie einer friedlichen Welt erträumt? Das Freiheitsstreben eines Volkes muss verteidigt werden, sonst stirbt früher oder später das eigene Volkstum, da fremde Völker diese verdrängen und man sich diesen unterordnet.

Diese Behauptung lässt sich aus den Humanwissenschaften ableiten, aus denen wir nur zwei Beispiele rausziehen und vorstellen möchten, so schreibt Luigi Luca Cavalli-Sforza: „Vielmehr neigen aus Vermischung entstandene Völker dazu, nur eine der Sprachen der beiden Ursprungspopulationen beizubehalten.“ (3, S. 163)

 

Und der Anthropologe Andreas Vonderach:

 

„Zivilisatorische, militärische und demografische Ungleichgewichte innerhalb der geografischen Räume sind die Ursachen ethnischer Veränderung. […] Alternde, demografisch schrumpfende Völker geraten in die Defensive“ (4, S. 32)

 

Es wird also dringend Zeit, unsere Zielstellung zu überdenken.
Wir müssen, laut Eibl-Eibesfeldt, den Wettlauf im Hier und Jetzt, der durch Kurzzeitdenken geprägt ist, durch die Entwicklung eines Überlebensethos ersetzen. Leitgedanke müsse das Überleben in eigenen Nachkommen sein, dies müsse die erste Zielsetzung einer Überlebensethik sein.

 

Menschliche Aggressionsentstehung

Betrachten wir den heutigen Stand der Aggressionsforschung, nehmen wir den Standpunkt der ethologischen Aggressionstheorie ein, die annimmt, dass aggressives Verhalten eine angeborene Verhaltensdisposition sei, die instrumental zur Erreichung unterschiedlicher Handlungsziele eingesetzt werde. Dieses Modell schließt Lernerfahrungen und die „Aggressions-Frustrations-Hypothese“ mit ein und zeigt die stammesgeschichtliche Angepasstheit aggressiven Verhaltens auf.

Wir kennen zum Beispiel die Brutverteidigungsaggression, die auch bei Vögeln und Säugern altes Erbe darstellt und den Nachkommen Schutz bietet. Weiterhin ist die territoriale Aggression gut belegt, die der Verteidigung von Besitz dient. Gruppenmitglieder, die von der Norm abweichen, werden durch eine erzieherische Aggression, der normerhaltenden Aggression, ihrer Abweichung aufgezeigt, sodass sie sich der Norm wieder anpassen, dies mache das Verhalten für alle voraussagbar und trägt somit zur Sicherheit der Gruppe bei. Auch die Verteidigung von Rangpositionen wurden wissenschaftlich untersucht und nicht zu vergessen die Konkurrenzkämpfe zwischen zwei sich rivalisierenden potentiellen Partnern, die um ein Weibchen konkurrieren. Der Fortpflanzungserfolg ist eine wichtige Komponente in der menschlichen Motivation, nur der, der sich durchsetzen kann, erhält die Möglichkeit, seine Gene weiterzuverbreiten. Die Aggression ist eine „Werkzeughandlung“ die dazu dient, einen Widerstand, der uns entgegensteht, zu überwinden.

Eibesfeldt spricht auch die Wichtigkeit um das Wissen der explorativen, also erkundenden Aggression an und zeigt auf, dass dieses Verhalten von Staaten untereinander auch häufig praktiziert wird und man daher als Politiker um diese Aggression durchaus wissen sollte. Kleine Kinder schlagen andere Kinder, nehmen ihnen etwas weg und ärgern sie, um eine Rückmeldung ihrer sozialen Umwelt zu erfahren, sie lernen damit soziale Regeln. Die Kinder stellen damit die Fragen: „was darf ich tun, wo liegt meine Grenze“. Wenn hier keine Grenzen gesetzt werden, neigt diese Art der Aggression zur Eskalation. Häufig wird das Verhalten des Kindes als etwas Negatives gesehen, man ignoriert dieses Verhalten in einem permissiven Erziehungsstil oder man handelt übertrieben bestrafend. Damit handelt man völlig entgegen dem, wozu diese angeborene Verhaltensweise dient. Auch Staaten fordern durch die explorative Aggression zum Dialog auf, unterbliebe eine Antwort, dann eskaliere die Anfrage, meint Eibl-Eibesfeldt.

Mit dieser Einsicht um die Funktionen der Aggression können wir unsere Zielstellung besser formulieren. Wir möchten keine Aggressionsvermeidung praktizieren, indem wir ein völlig gewaltfreies Umfeld erschaffen und menschliche Aggressionen bestraft werden. Menschliche Aggressionen gehören zur Natur des Menschen, K. Lorenz spricht von einem eigenen Instinkt. Aggressive Verhaltensweisen müssen sozialisiert werden. Daher schlagen wir ein Konzept vor, in dem Kinder und Jugendliche ihre Aggression lernen zu kontrollieren. Menschen, die nie gelernt haben, ihre Impulse zu kontrollieren, brechen irgendwann aus, wenn ihre Grenze erreicht ist. Besser ist es, wenn Aggression als menschliche Universalie erkannt und respektiert wird, ein Kind lernt, diese zu kontrollieren und diese bewusst auf bestimmte Ziele auszurichten, seine negativen Gefühle in konstruktive Bahnen zu lenken. Dazu müssen wir jedoch lernen, unsere Auseinandersetzungen in ritualisierter Form im Zweikampf auszutragen, statt diesen ständig verhindern zu wollen. Schließlich möchten wir doch, dass wir uns gegen Ungerechtigkeit auflehnen und Widerstände überwinden können.

Wir können hier festhalten, dass viele Bemühungen pazifistischer Gruppen, den Menschen friedfertiger mithilfe der Erziehung zu formen, an ihrer fehlenden Sachkenntnis über die Natur des Menschen scheitern.

Im folgenden Abschnitt wollen wir uns mit den kriegerischen Auseinandersetzungen beschäftigen.

 

Krieg

Der Krieg, als bewaffneter Konflikt zwischen Gruppen verstanden, ist ein Produkt unserer kulturellen Evolution, welcher jedoch von angeborenen Dispositionen gestützt wird. Eibl-Eibesfeldt beschreibt den Krieg als destruktive Gruppenaggression, der kulturell entstanden sei und auch kulturell überwunden werden könne, jedoch Funktionen erfülle. Um Krieg zukünftig zu vermeiden, müssen wir uns jedoch seiner Ursachen und seiner Funktion bewusst werden. Schuldzuweisungen und Friedensbekenntnisse bringen uns nicht weiter, sie erfüllen nicht die Aufgaben, die ein Krieg erfüllt. Krieg setzt jedoch immer einen Druck voraus, er entsteht nicht ohne Grund. Der Druck, der besteht, um einen Konflikt auszulösen, liegt in dem Konkurrenzverhalten. Konkurrenz um Ressourcen, um Territorien, ums Überleben. Regeln und klare Grenzen sichern den Frieden zwischen Völkern.

Der Krieg nützt angeborene Dispositionen, die kriegerische Auseinandersetzungen begünstigen, wie seine Neigung, einander in geschlossenen Gruppen beizustehen; die Bereitschaft, aggressiv zu reagieren, wenn ein Gruppenmitglied bedroht wird; die Motivation, insbesondere der Männer, zu kämpfen; die Neigung des Menschen, Reviere zu besetzen und zu verteidigen; die Fremdenscheu, also die Neigung zum Abstandhalten und die Intoleranz gegen Abweichungen von der Gruppennorm. All dies würde jedoch nicht zum Krieg führen, dieser setze immer Planung, Führung, destruktive Waffen und eine Dehumanisierung des Gegners voraus. Der Krieg als bewaffneter Konflikt zwischen Gruppen sei so alt, wie die Menschheit selbst.

Man kämpft um Ressourcen, um Territorium, oder um die Bewahrung seiner Gruppenidentität, die einer Gruppe die Existenz sichern. Die Besetzung einer Waffenfabrik oder die Verunglimpfung von Soldaten ändert an diesen Problemen nichts und löst diese auch nicht. Es gibt jedoch auch unblutige Kriege, diese werden als ideologische und psychologische Kriegsführung zusammengefasst. Sie hätten zum Ziel, den Widerstandswillen beim Gegner aufzuweichen, man möchte die Aufnahmebereitschaft seiner Ideologie beim Gegner aufbauen und den Gegner zwingen, sein eigenes Wertesystem aufzugeben. Man könne heute beobachten, wie verschiedene Wertesysteme miteinander kämpften.

Sie würden Gegenwerte propagieren, wie statt Gehorsam etwa Gehorsamsverweigerung, statt Arbeitswillen und Fleiß Arbeitsverweigerung, Freiheit in allen Bereichen, auch Befreiung vom Zwang der Ehe und der Autorität der Eltern. Gelänge es, dem Gegner seine eigene Denkweise und Ideologie einzupflanzen und ihn zur Aufgabe seines Wertesystems zu bringen, hätte man einen unblutigen Sieg errungen (vgl. 2, S. 583)

 

Nach Eibl-Eibesfeldt setze Friede jedoch voraus, dass man die Aufgaben erkennt, die der Krieg erfüllt und ihn nicht einfach als „pathologische Entartung“ abtue. Wolle man Frieden, so der Verhaltensforscher, dann müsse man die Funktionen der territorialen Abgrenzung und der Sicherung der ethnischen Identitäten und der Ressourcen, die bislang der Krieg erfüllte, auf andere, unblutige Weise wahrnehmen.

 

Wir erkennen hier erneut, dass pazifistische Bewegungen, aufgrund ihrer internationalen Ausrichtung und ihrem milieutheoretischen-egalitären Menschenbild unmöglich fähig sind, die Probleme der Welt, in diesem Fall die des Krieges, zu lösen. Die Voraussetzung dafür ist, den Menschen so anzunehmen, wie er anhand seiner Naturveranlagung ist und menschliches Verhalten auf beiden Ebenen, der seiner Biologie und der seiner kulturellen Lebensweise zu beleuchten und nicht unliebsame Verhaltensweisen wegzuleugnen und biologische Erklärungen als „Biologismus“ abzuwerten. Kriege sind mit Sicherheit nicht der beste Weg, zwischen Gruppen Probleme auszutragen, aber sich diese einfach wegzuwünschen, alle Soldaten als Mörder zu bezeichnen und Waffenfabriken zu besetzen, löst die Probleme der Völker, aufgrund dessen Kriege geführt werden, nicht.

Sie erkennen weiterhin nicht, dass wir einer ideologischen Kriegsführung unterworfen wurden, unserer eigenen Gruppenidentität und unseres Wertesystems beraubt, fallen sie auf die Schlagworte des Gegners rein. Schlagworte sind die Waffen im Kampf der Ideologien, diese werden bejubelt, die fremden Einflüsse als wahre Werte verteidigt und man bekämpft die Personengruppen, die noch nach ihrer eigenen Identität zu leben versuchen. Es ist nicht wahr, dass eine pazifistische Lebensweise eines Volkes den Frieden sichern wird. Das ist zu naiv gedacht. Wer es aufgibt, für seine eigenen Bedürfnisse wie Raum, Ressourcen und Fortpflanzungspartner einzutreten, löst damit nicht die Probleme der anderen Völker, die sich dann eingeladen fühlen, den Servierteller an sich zu nehmen. Er nimmt nur sich selbst aus dem Spiel und lädt andere ein, seinen Platz einzunehmen.

Wir beschäftigten uns bereits zuvor mit den Ursachen der Migration und mit deren Folge. Ein Land, welches keine Bevölkerungskontrolle betreibt, wird somit zum Problem der anderen Länder, die dann zum Einwanderungsziel erklärt werden und die überschüssige Bevölkerung der Dritte-Welt-Länder aufnehmen soll. Wie gehen wir mit einer Überfremdung, die einer territorialen Invasion gleicht, um? Sehen wir in allen Menschen unsere Brüder, lehnen wir den Krieg und einen bewaffneten Konflikt prinzipiell ab, dann werden wir eine „Willkommenskultur“ errichten und die Grenzen für immer öffnen wollen. Bestrebungen, die gegen eine offene Grenze agieren, werden dann als feindlich wahrgenommen, da diese Gewalt ausüben wollen, und sei es auch „nur“ staatliche Gewalt. Diese Bestrebungen der Gewalt können dann auch von den Pazifisten gewaltsam bekämpft werden.

Diese Vorgehensweise widerspricht den Erkenntnissen der Evolution, die heute wohl keiner mehr ernstzunehmend anzweifeln kann. Ein Blick in ein Biologiebuch kann helfen, die Zusammenhänge auf der Welt zu erfassen und sich dann selbst zu diesen Zusammenhängen in eine sinnvolle Beziehung zu setzen. So lehrt uns die Evolutionsbiologie das Wissen um die natürliche Selektion.

Populationen produzieren mehr Nachkommen, als die Umwelt tragen kann, eine Überproduktion ist also ganz natürlich und zusammen mit begrenzten Umweltressourcen führt das dazu, dass ein Daseinswettbewerb entsteht, der zu einer natürlichen Selektion führt. Der, der am besten angepasst ist, kann sich durchsetzen, ein natürlicher Prozess!

Wenn ein Staat keine Bevölkerungskontrolle betreibt und einen Bevölkerungsüberschuss anstrebt, dieser aufgrund mangelnder Ressourcen in andere Länder migriert, schickt dieser Staat mehr Konkurrenten im Daseinswettbewerb der konkurrierenden Ethnien ins Rennen. Möchten wir selbst in einem Land der offenen Grenzen leben, in das jeder Migrant hereingelassen werden soll, obwohl wir einen Bevölkerungsrückgang in der eigenen Population erleben, gleicht dies einer Kapitulation im Daseinswettbewerb. Für einige mag unsere Entscheidung sozialdarwinistisch klingen, wenn wir zum Schutz der eigenen Population und dessen selbst benötigten Ressourcen, Einwanderer nicht aufnehmen wollen. Wir müssen jedoch die Zukunft unserer Kinder sichern, sind für die Unsrigen verantwortlich und nicht für den Rest der Welt. Das mag bei einigen moralisch anstößig wirken, wenn z.B. Kinder an den Grenzzäunen hochgehalten werden, und wir uns dennoch für eine starke Wahrung der Grenzkontrollen und somit unserer Interessen einsetzen. Wir müssen uns von unserem allzu starken, rein gefühlsbezogenen Kurzzeitdenken verabschieden, damit verursachen wir die größten Probleme der Gegenwart. Mit dieser Ansicht stehen wir nicht alleine. Auch renommierte Wissenschaftler kommen aufgrund ihrer Fachkenntnisse zu dieser Schlussfolgerung.

 

So schreibt der Populationsgenetiker Luigi Luca Cavalli-Sforza:

 

„Sehr wahrscheinlich ist die wichtigste Ursache der gegenwärtigen allgemeinen Probleme das in vielen Teilen der Welt maßlose Bevölkerungswachstum.“ (2)

 

Mit den Worten Eibl-Eibesfeldt wollen wir auch diesmal schließen:

 

 

Quellenverweise:
1. Konrad Lorenz – Das sogenannte Böse (Audio) 1/4 https://www.youtube.com/watch?v=MUKySFxFdWc am 07.12.19
2. Irenäus Eibl-Eibesfeldt ,,Die Biologie des menschlichen Verhaltens“, 2004, 5. Auflage, Piper Verlag GmbH München, S. 550
3. Luigi Luca Cavalli-Sforza, „Gene, Völker und Sprachen-Die biologischen Grundlagen unserer Zivilisation“, 1996, Carl Hanser Verlag ,S. 227
4. Andreas Vonderach, „Anthropologie Europas- Völker, Typen und Gene vom Neandertaler bis zur Gegenwart“, 2008, Ares Verlag Graz

 

 

Zum Nachlesen: Teil1, Teil 2, Teil 3





1 Kommentar

  • Guter Artikel ! Dem kann ich voll zustimmen.

    Rausch 26.02.2020
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