Die Weggefährtin #042: Die Birke und die Fichte

Die Birke und das Birkenwasser

Die Birke bezeichnet das Glück“, so sprach schon Hildegard von Bingen über den schlanken Baum mit der weißen Rinde.

Die Birke, der Baum der Göttin Ostara, steht für das Frühlings- und Lebenserwachen ebenso, wie für die Liebe. Man glaubt, dass die Birke Krankheiten und Ungeziefer beseitigen könne. Ist man krank, so ist es üblich, Birkenzweige –sogenannte „Lebensruten“– in das Krankenzimmer zu stellen. Birkenblätter zum Beispiel werden vor allem zur Durchspülung der Harnwege eingesetzt.

Außerdem war die Birke schon den alten Germanen heilig. Einer alten Legende nach tranken Arminius und seine Krieger im Teutoburger Wald im 9. Jahrhundert schon Birkenwasser, als sie auf die Römer warteten. Der Saft sollte den Durst löschen und den Kriegern die nötige Kraft für die bevorstehende Schlacht schenken.

 

 

Tatsächlich spricht man dem Birkenwasser auch heutzutage noch heilende und entschlackende Wirkungen zu, die allerdings nicht wissenschaftlich bestätigt sind. Unter anderem soll Birkenwasser bei Gicht und Rheuma helfen und das Cholesterin senken. Manche empfinden das süßlich schmeckende Wasser als sehr wohltuend für den Körper oder trinken es einfach als Erfrischung. Für Haut und Haare ist Birkenwasser nachweislich gut. Glukose, Fruktose, Kalzium, Selen, Kalium, Magnesium, 17 Aminosäuren, Mineralien, Enzyme, Proteine, Antioxidantien, Xylem  und Vitamine (B und C) sind im Birkenwasser enthalten.

 

Birkenwasser richtig zapfen

Im März/April, wenn der Bodenfrost vorüber ist und noch bevor die ersten Knospen erblühen, kann man das Birkenwasser gewinnen. Das Birkenwasser dient den Knospen als Nahrung und steigt mit Beginn des Frühlings von der Wurzel über den Stamm bis in die Äste.

Der Stamm der Birke sollte mindestens einen Durchmesser von 20 cm haben. Um dem Baum keinen Schaden zuzufügen, sollte ihm nicht zu viel Wasser entnommen werden. Drei bis fünf Liter wären bei einem Durchmesser von 50 cm in Ordnung.

Mit einem kleinen Bohrer wird nun ein 5 cm tiefes Loch in den Baum gebohrt und ein Strohhalm in das Loch gesteckt, welcher nun eine kleine Flasche mit Birkenwasser befüllen soll. Vorzugsweise können auch Wurzeln oder Äste an der Unterseite angebohrt werden. Dies schadet dem Baum nicht so sehr. Am besten, man befestigt die Flasche an dem Baum.

Um eine Ausblutung des Baumes zu vermeiden, sollte das Loch nun mit einem Korken oder mit Baumwachs verschlossen werden.

Wir wollen den Bäumen und der Natur sicher nicht absichtlich Schaden zufügen. Wie sooft ist auch hier die Meinung der Menschen gespalten. Die einen empfinden das Zapfen des Birkenwassers als schädlich, andere empfinden es genauso als normal, wie einen Apfel vom Baum zu pflücken. Solange man der Natur immer mit Respekt entgegentritt, in diesem Fall das Loch einfach wieder verschließt und nicht zu viel Wasser erntet, sollte hieran aber nichts Verwerfliches sein.

 

 

Die Fichte

 

Eine Heilpflanze

Die Fichte wächst sehr verbreitet in unseren Wäldern. So ist es einfach, die Heilwirkung des Baumes zu nutzen. In den Nadeln befinden sich ätherische Öle. Sie beruhigen die Atemwege und helfen so auf ganz natürliche Art bei Husten und Schnupfen. In den Nadeln befindet sich außerdem reichlich Vitamin C, das bei vielen Stoffwechselprozessen gebraucht wird.

Zusätzlich hilft die Fichte bei:

Bronchitis, Durchblutungsstörungen, Erkältung, Herzbeschwerden, Nasennebenhöhlenentzündungen, Frühjahrsmüdigkeit, Rheuma, Schlaflosigkeit, Skorbut, Entzündungen, Tuberkulose, Nervenkrankheiten (äußerlich).

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Heilkräfte der Fichte anzuwenden. Zum Beispiel: Tee, Bäder, Tinkturen, Sirup, Ätherische Öle, Zusatz zur Inhalation.

 

Brennstoff

In der Fichte stecken nicht nur Heilkräfte. Das Fichtenharz enthält Terpentinöl. Was dazu führt, dass das Holz sehr gut brennt. Wichtig ist, dass verschlossene Wunden des Baumes beim Ernten des Harzes nicht wieder aufgerissen werden. Anstatt das Harz zu sammeln kann man auch Kienspan aus abgestorbenen, morschen Baumstümpfen herstellen. Terpentinhaltiges Holz erkennt man am Geruch und an der gelblich, orangenen Farbe, wie auf folgenden Bildern:

 

 

 

Rezept vom Fichtenhonig

Das Rezept ist leicht, aber dafür zeitintensiv. Es lohnt sich jedoch, es einfach mal auszuprobieren.

 

Für einen Fichtenhonig brauchen wir folgendes:

  • 250 g Fichtentriebe (nur bis Mai sammeln)
  • Wasser
  • Zucker
  • Zitrone

Die jungen Fichtentriebe kann man direkt von der Fichte ernten. Am besten, man nimmt nicht alle Triebe von einem Baum, sondern man nimmt von überall ein bisschen. Wichtig ist, dass die Triebe noch hellgrün und weich sind.

 

 

 

Wir geben die 250 g Triebe in einen Topf und schütten 1 ½ Liter Wasser zu. Dazu geben wir noch zwei Scheiben einer Zitrone.

 

 

 

Jetzt wird alles aufgekocht, bis die Spitzen ihre Farbe verlieren und graugrün werden.

 

 

Nun nehmen wir den Topf von der Kochstelle und lassen den Sud ziehen. Am nächsten Tag ist der Sud noch etwas weißlicher geworden, was ganz normal ist.

Durch ein Sieb oder durch ein Mulltuch, kann man die ausgekochten Triebe abseihen.

Die Flüssigkeit kochen wir jetzt mit 1, 5 kg Zucker auf. (Achtung! Es entsteht Schaum, der im Topf hochsteigt.) Dann schalten wir zurück und lassen es auf schwacher Hitze weiter kochen, bis die Masse eher zähflüssig und bronzefarben wird. Das kann durchaus bis zu 1 ½ bis 2 Stunden dauern.

Wenn man zur Probe einen Tropfen auf einen Teller gibt und dieser im erkalteten Zustand die Konsistenz von Honig hat, ist die Masse fertig.

 

 

 

Der fertige Fichtenhonig wird, noch heiß, in die ausgekochten Gläser gefüllt. Schmeckt hervorragend im Tee oder als Brotaufstrich zum Frühstück.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 





1 Kommentar

  • Den Sirup haben wir immer mit Tannennadeln gemacht, funktioniert auch gut. Man darf bloß keine Nadeln der Blautanne benutzen.

    Fimbultyr 15.03.2020
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