BRD-Sozialstaat vor dem Kollaps: Milliardenloch nun auch bei der Arbeitslosenversicherung

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Dass die deutsche Wirtschaft massive Probleme hat und nicht aus ihrer Schwächephase herauskommt, verwundert angesichts der hausgemachten Ursachen kaum. Jahrelang wurde das Fundament des Sozialstaats durch forcierte Massenmigration, eine fehlgeleitete Energiepolitik, Bürokratie und wirtschaftsfeindliche Rahmenbedingungen ausgehöhlt. Der Standort Deutschland hat längst an Dynamik und Attraktivität verloren, Unternehmen bauen branchenübergreifend tausende Stellen ab und die Zahl der Arbeitslosen stieg zuletzt wieder an. All dies führte dazu, dass die Sozialsysteme kurz vor dem Kollaps stehen. Vermehrt gerät nun auch die Arbeitslosenversicherung unter Druck.

 

 

Zahl der Arbeitslosen steigt kontinuierlich an

In diesem Jahr wurden von Januar bis Juli bereits 17,7 Milliarden Euro und damit etwa 2,5 Milliaren Euro mehr als im Vorjahreszeitraum für die Arbeitslosenversicherung fällig. Nach Schätzungen könnte sich das Defizit der Arbeitslosenversicherung bis zum Jahresende auf bis zu acht Milliarden Euro summieren. Die Hauptursache hierfür ist die gestiegene Zahl der Arbeitslosen, die nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit im Jahresdurchschnitt von rund 2,42 Millionen im Jahr 2022 auf 2,61 Millionen 2023, 2,79 Millionen 2024 und schließlich 2,95 Millionen 2025 angewachsen ist. Dieser Negativtrend hat sich auch 2026 fortgesetzt. Im Februar waren laut Bundesagentur rund 3,07 Millionen Menschen arbeitslos und im Juli lag die Zahl saisonbedingt sogar noch höher.

Für die Arbeitslosenversicherung ist dabei vor allem die Entwicklung der Zahl derjenigen entscheidend, die erst kürzlich arbeitslos geworden sind, denn mit ihrem Arbeitsplatzverlust fallen nicht nur Beitragszahler weg, sondern zugleich werden viele von ihnen zu Leistungsempfängern. Während im Jahresdurchschnitt 2023 noch rund 799.000 Menschen Arbeitslosengeld bezogen, waren es 2024 rund 890.000 und im April 2026 lag die Zahl bereits bei rund 1,07 Millionen. Darin liegt die besondere Brisanz, da Menschen, die zuvor mit ihren Beiträgen die Arbeitslosenversicherung mitfinanziert haben, zunehmend selbst auf deren Leistungen angewiesen sind. Die Entwicklung belastet das System somit von beiden Seiten: einerseits fehlen wichtige Einnahmen und zeitgleich steigen die Ausgaben.

 

Beitragserhöhungen oder Leistungskürzungen

Um die Finanzierung der Arbeitslosenversicherung auch künftig sicherzustellen, erwägt die Politik nun unterschiedliche Maßnahmen. Entweder können die Beiträge erhöht, oder Leistungen gekürzt werden.

Andrea Nahles, die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, sieht eine Beitragserhöhung als realistische Option, bei der mit einer Anhebung um 0,1 Prozentpunkte rund 1,6 Milliarden Euro zusätzliche Einnahmen erzielt werden könnten. Dabei wäre es in einer wirtschaftlich schwierigen Lage fatal, die Belastung von Arbeitnehmern und Unternehmen weiter zu erhöhen. Durch höhere Beiträge könnten nicht nur Unternehmen bei Einstellungen und Investitionen zurückhaltender werden, sondern insbesondere auch Beschäftigte einen geringeren Nettolohn haben. In einer ohnehin schwachen Konjunktur würde das die Nachfrage und Beschäftigung zusätzlich bremsen und damit ausgerechnet die Einnahmebasis der Arbeitslosenversicherung weiter schwächen.

Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft plädiert deshalb für eine Reform bei den Versicherungsleistungen. Konkret schlägt er vor, die bisher nach Alter gestaffelte Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes zu vereinheitlichen. Die maximale Bezugsdauer von 24 Monaten ab dem 58. Lebensjahr könnte dadurch entfallen, wodurch sich nach Berechnungen des IW rund zwei Milliarden Euro jährlich einsparen ließen.

 

Wir brauchen Ursachen- statt Symptombekämpfung

Egal, welche der von Experten diskutierten Optionen sich am Ende durchsetzt, die Rechnung werden die Arbeitnehmer bezahlen. Entweder werden sie direkt durch höhere Beiträge belastet, erhalten weniger Leistungen, wenn sie auf den Sozialstaat angewiesen sind, oder finanzieren die wachsende Lücke indirekt über zusätzliche Steuermittel mit. Statt die Ursachen der Misere anzugehen und die anhaltende Wirtschaftsschwäche zu bekämpfen, wird damit erneut nur an den Symptomen herumgedoktert.

Statt den Sozialstaat Stück für Stück zurückzubauen, müsste die Politik deshalb an der Wurzel ansetzen und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wieder so gestalten, dass Unternehmen investieren, Arbeitsplätze entstehen und mehr Menschen in die Sozialversicherungen einzahlen. Denn ein leistungsfähiger Sozialstaat lässt sich auf Dauer weder durch immer höhere Abgaben, noch durch neue Schulden finanzieren und hört irgendwann auf zu existieren, wenn man Leistungen immer weiter kürzt. Die nachhaltigste Sanierung der Sozialversicherung beginnt deshalb nicht bei ihren Leistungen, sondern bei ihrer Einnahmebasis und die heißt Beschäftigung, Wertschöpfung und wirtschaftliches Wachstum.

Einzelne Reformen der Arbeitslosenversicherung werden nicht die Lösung sein, stattdessen braucht es revolutionäre Veränderungen. Die Partei DER III. WEG bietet mit dem Konzept der Schaffung eines Deutschen Sozialismus eine Alternative außerhalb des gescheiterten Systems an.

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