
Israel greift Iran an
In den frühen Morgenstunden des 13. Juni 2025 hat Israel den Iran angegriffen. Es handelte sich dabei um eine lange und offenbar detailliert geplante Attacke. Der Iran gilt als Hauptfeind Israels. Der aktuelle Angriff muss zunächst in einem größeren Kontext gesehen werden. Seit der Gründung des Staates Israel 1948 befindet sich das zionistische Gebilde im Clinch mit der arabischen Welt. Im Sechstagekrieg 1967 sah es kurzzeitig so aus, als könnte Israel von der Landkarte getilgt werden. In den darauffolgenden Jahren hat sich Israels Macht jedoch gefestigt. Auf diplomatischem Wege hat Israel eine ganze Menge Kontrahenten „gekauft“. Für lukrative Geschäfte mit Israel sowie der westlichen Welt haben Staatsführer aus arabischen Ländern wie Saudi-Arabien, Ägypten oder Jordanien gegen den Willen großer Teile ihrer Bevölkerung die Feindschaft zu dem zionistischen Gebilde aufgegeben.
So konzentrierte sich der antizionistische Widerstand auf wenige Kräfte. Die Hamas und ähnliche Organisationen in Palästina, das Syrien Bashar al-Assads, die Hisbollah im Libanon, einige Kräfte im Irak, die Huthi-Miliz im Jemen und als Motor und Herz des Widerstands der Iran. Der Golfwagen-Angriff war der vorgebliche Anlass für eine zionistische „Säuberungsaktion“ gegen die Gegner Israels. Mit beispielloser Brutalität hat Israel zunächst den Gaza-Streifen attackiert. Das angebliche Ziel der Ausschaltung der Hamas-Miliz ist bis heute nicht gelungen, dafür wurden über 40.000 Araber, darunter weit überwiegend Frauen und Kinder getötet und das Gebiet in Schutt und Asche gelegt. Mit einer listig-heimtückischen Operation mittels eingeschleuster Pager wurde der Angriff auf die Hisbollah begonnen. Dem folgte eine Bodenoffensive.
Zwar ist auch die Hisbollah nicht vernichtet worden, dennoch wurden die schiitischen Kämpfer genötigt, das grenznahe Gebiet zu Israel zu räumen. Innenpolitisch ist die Hisbollah geschwächt und muss nun aufpassen, von der bislang eher harmlosen libanesischen Armee nicht entwaffnet zu werden. Der plötzliche Sturz Bashar al-Assads hatte viele Gründe. Jahrelange israelische Angriffe und subversive Aktionen haben dazu beigetragen. Die neue syrische Regierung bemüht sich, durch tiefstes Katzbuckeln Israels Gnade zu erlangen. Schiitische Partner des Irans im Irak sind militärisch zu vernachlässigen und hatten ihre Funktion vorwiegend als Sicherung des Nachschubs für die antizionistischen Frontkämpfer in unmittelbarer Nähe Israels.
Die Huthi-Miliz fällt zwar immer wieder durch großspurige Ankündigungen und das Abfeuern von Raketen und Drohnen auf, ihre militärische Bedeutung hält sich jedoch in Grenzen. Zum einen regiert die Huthi-Miliz nicht den ganzen Jemen, sondern befindet sich in einem Bürgerkrieg. Zum zweiten ist der Jemen selbst eines der ärmsten Länder der Welt, das weder über Bodenschätze, noch über Industrie, nicht einmal über eine Subsistenz sichernde Landwirtschaft oder Tourismus verfügt und komplett von ausländischen Hilfslieferungen abhängig ist. Zum dritten stellen die Drohnen und Raketen für Israels modernes Raketenabfangsystem „Iron Dome“ keine echte Bedrohung dar.
Was bleibt also noch von den Gegnern Israels? Der Iran. Und der Weg für dieses wohl vorerst letzte Kapitel eines relevanten Widerstands gegen Israel ist damit frei. Zunächst hat Israel mit Unterstützung der USA den Iran getäuscht. Der iranischen Führung wurde vorgegaukelt, sich mit Gesprächen über das iranische Atomprogramm einen fragilen, temporären Frieden erkaufen zu können. In der Zwischenzeit ist es Israel jedoch gelungen, im Iran (!) Drohnen zu stationieren. Angesichts der ewigen und intensiven Feindschaft zwischen den beiden Völkern ist das durchaus geschickt. Offenbar verfügte Israel auch über sehr genaue Kenntnisse über militärische Einrichtungen und solche, die für das Nuklearprogramm des Irans von Bedeutung sind.
Nach iranischen Angaben hat Israel mit den Drohnen mindestens sechs militärische Stützpunkte um Irans Hauptstadt Teheran sowie Wohnhäuser in hochgesicherten Komplexen für die militärische Führung angegriffen. Weiterhin wurde die iranische Urananreicherungsanlage in Natanz attackiert. Getötet wurden der Chef des Stabes der iranischen Streitkräfte, der Kommandeur der Revolutionsgarden (einer der wichtigsten Institutionen des iranischen Staates), der Kommandeur der Quds-Brigaden und der Eliteeinheit der Revolutionsgarden, zentralem Akteur iranischer Auslandsoperationen sowie zahlreiche weitere hochrangige Militärs. Ohne auch nur einen Mann zu verlieren, konnte Israel also dem Iran einen schweren Schlag versetzen.
Die militärische Reaktion des Irans offenbart dessen Schwäche.
Eine erste Welle von fast 100 Raketen wurde komplett abgefangen. Eine zweite Welle – nach iranischen Angaben weit über, nach israelischen Angaben unter 100 Raketen – konnte teilweise das israelische Raketenabfangsystem durchdringen. Raketen gingen unter anderem auf Tel Aviv nieder. Fünf Zivilisten wurden getötet, etwas über 80 Personen verletzt. Gefallene israelische Soldaten: Bislang null. Der israelische Präsident Benjamin Netanjahu hatte den Angriff vom 13. Juni als „Eröffnungsschlag“ für die sogenannte „Operation Rising Lion“ bezeichnet. Der Kampf solle „so viele Tage andauern, wie es braucht“. Schon in der Nacht auf den 14. Juni folgten weitere schwere Schläge für den Iran. 78 Menschen starben, 320 wurden verletzt, diesmal überwiegend Zivilisten. Der Flughafen Teheran-Mehrabad wurde getroffen, der Militärflugplatz Täbris wurde komplett zerstört.
Reaktionen und Auswirkungen
Selbst traditionell pro-zionistische Medien haben sich schwer getan, das israelische Narrativ vom „Präventivschlag“ zu verkaufen. So lautet die nahezu einhellige Einschätzung, dass die Aggression hier klar von Israel ausgeht. Doch was folgt daraus? Ein typisches Beispiel für die Reaktionen westlicher Staatsführer ist Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Er richtete einen Appell an „beide Seiten“, die von Schritten absehen sollten, die zu einer weiteren Eskalation führen und die gesamte Region destabilisieren könnten. Keine Androhung von Konsequenzen, und natürlich ist es lächerlich, ein heftig angegriffenes Land aufzufordern, von „Schritten zu einer weiteren Eskalation“ abzusehen. Außerdem betonte er „das Recht Israels, sich selbst zu verteidigen“. Sehr seltsam, wenn doch Israel der Aggressor ist. Zudem stellt sich die Frage, warum eigentlich noch niemand von dem „Recht des Irans, sich selbst zu verteidigen“ gesprochen hat.
Besonders verlogen ist die Rolle von US-Präsident Donald Trump. Er behauptete, dass sein Land an dem Angriff Israels nicht beteiligt sei. Durch die fingierten „Verhandlungen“ mit dem Iran haben die USA durchaus an der Vorbereitung des zionistischen Anschlags mitgewirkt. Nicht einmal militärisch sind die USA völlig außen vor, halfen sie doch mit, iranische Rache-Raketen abzufangen. Weiter forderte Trump den Iran auf, ein Abkommen über die Beendigung seines Atomprogramms abzuschließen und drohte mit noch härteren Angriffen. Dieses „Abkommen“ würde für den Iran die Abgabe seines einzigen Faustpfandes gegen zionistische Angriffe bedeuten. Die Drohung Trumps kann direkt als Erpressung gewertet werden.
Aus der arabischen Welt kamen klare Worte, die den Aggressor Israel klar verurteilen. Auch die Türkei äußerte deutliche Kritik. Auch wenn man sich längst daran gewöhnt hat, muss eines betont werden: Eine Ankündigung von Konsequenzen für Israel gab es nicht.
Der Iran ist Teil des sogenannten BRICS-Abkommens. Dieser Staatenbund wird von Anhängern einer „multipolaren Weltordnung“ sehr gefeiert. Durch den Angriff auf das BRICS-Mitgliedsland Iran wird dessen wahrer Wert nun jedoch deutlich. Irans vermeintliche Verbündete Russland und China sind nicht bereit oder in der Lage, ihren Partner zu schützen. Für beide Länder hat das iranische Regime eine Bedeutung. Russland bezieht aus Persien Shahed-Drohnen für seine Terrorangriffe auf die Ukraine und stellt diese zudem unter Lizenz im eigenen Land her. China bezieht 10 bis 15 Prozent seines Ölbedarfs aus dem Iran. Aber abgesehen von „Verurteilungen“ und zahnlosen Aufforderungen, an den „Verhandlungstisch“ zurückzukehren, kommt von Moskau und Peking absolut nichts. Das wird sich wohl auch nicht ändern, weil der Preis den sehr gewagten Einsatz nicht rechtfertigen würde.
Für Europa ist der Angriffskrieg Israels gegen den Iran nicht irrelevant. Die Börsen sackten ab, der Ölpreis schoss umgehend in die Höhe. Wenn der Iran als Öl-Exporteur ausfällt, ist das eine Sache. China wird sich sein Öl anderweitig holen wollen und das wird den Ölpreis in die Höhe treiben. Das hat Auswirkungen auf die ohnehin stockende Weltwirtschaft. Doch es geht nicht allein um das iranische Öl: Es ist für den Iran möglich, die Straße von Hormus zu schließen. Durch diese Meeresenge werden täglich rund 21 Millionen Barrel Rohöl transportiert. Zudem geht etwa ein Viertel der weltweiten Lieferströme des verflüssigten Erdgases (LNG) durch diese Route. Der rapide steigende Ölpreis wird die Inflation befeuern und eine Stagflation, also eine Kombination aus stagnierender Weltwirtschaft bei hoher Inflation, hervorrufen. Die wahre Krise ist das globalkapitalistische System und sie kann sich durch Israels alttestamentarische Kriegstreiberei nur noch verschärfen!
Aus deutscher Sicht können wir dem zionistischen Imperialismus sehr wenig entgegensetzen. Dennoch setzt sich „Der III. Weg“ dafür ein, vorhandene Optionen zu nutzen. Waffenlieferungen an den Terrorstaat Israel müssen umgehend eingestellt werden. Waren aus Israel gilt es zu boykottieren. Diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen zu Israel müssen gestoppt werden, stattdessen gehören Israelis sanktioniert. Vermögenswerte reicher Israelis in Deutschland müssen eingefroren werden. Der internationale Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofes gegen die zionistische Führungsriege muss umgesetzt werden und Netanjahus Schoßhündchen wie der Paprika-Putin Viktor Orban gehören bei Verstößen dagegen ebenso sanktioniert!













