
Direkt neben meinem Bett liegt es, krönt sozusagen das schlichte Holz des Möbelstücks, welches früher lediglich als Lampenablage diente, nunmehr die Funktion eines Altars eingenommen hat.
Zu groß ist der inhaltliche Einfluß, den die Seiten in sich bergen, auf mein Leben geworden, als dass ich es einfach wieder zu den anderen Büchern hätte verbannen können.
Als Geschenk, als Mahn- und Weckruf soll es das erste sein, was ich sehe, wenn mich die Soldatenpflicht früh am Morgen aus dem Bett ruft und es soll das letzte sein, was mein Gewissen und meine Seele berührt, wenn ich mich nach einem erfüllten Tag schlafen lege.
Seine Botschaft wurde in mir zum Appell geformt, für den anzutreten ich mich täglich nunmehr verpflichtet habe. Wie die Weisung eines straffen Zeitplanes, so gebietet mir allein sein Buchtitel, den Beginn meines Tagewerkes, meiner nach innen gekehrten und nach außen getragenen Revolution nachzukommen und meine Pflicht mit Ordnung, Disziplin sowie Gründlichkeit zu erfüllen.
Seit meinem geistigen Erwachen stehe ich noch eine Stunde eher auf, schwinge meine Beine mit fast schon energischer Entschlossenheit aus der Komfortzone, um meine allmorgendliche Leibeszucht einzuläuten. Mein Auftrag ist klar umrissen. Der Befehl des Einen, des Avatars unserer Art, bis heute gültig, erreicht mein Herz und durchfährt meine Muskeln wie ein wärmender Blitzschlag, auch noch die letzte Müdigkeit in mir verbrennend.
War mein Körper durch die viele Jahre anhaltende selbstzerstörerische tote Nahrung öfter krank, als es für eine offizielle gesellschaftliche „Normalität“ den Anschein haben dürfte, so kann ich mich seit meinem Erwachen an keinen Tag mehr erinnern, der mich auch nur Kopfschmerzen verspüren ließ. Die Regenerationsfähigkeit hat einen Punkt erreicht, daß ich im Wechsel täglich frühmorgens und abends Kraft- und Kampfsporteinheiten durchführen kann, die mir erst dadurch vor Augen führen, wie sich das wahre Leben fernab von Schwäche und Siechtum überhaupt anfühlt.
Wie gnadenlos mein Herz doch in mir hämmert, wie das Werk eines alten erfahrenen Schmiedes, der die Schwerter zum letzten Waffengang formt am Amboss des Schicksals, die pure, rohe, dennoch kontrollierte Gewalt in sich zu spüren, gepaart mit dem Wissen, allein in der Dunkelheit des anbrechenden Morgens mehr für sich selbst, mehr für die Stimme des Blutes, mehr für den Gewissensbefehl geleistet zu haben, als es das dekadente Bürgertum mit dem narkotisierten Wahrnehmungsapparat und dem satten Bauch eine ganze Woche über zu erfüllen imstande ist.
Den giftigen Atem der Hydra, die an meiner Hausfassade auf-und abmarschiert wie ein Wächter des Bösen, erkenne ich nur noch an den grünlich beschlagenen Fenstern, ehe das Tageslicht durch die verschwindende Dunkelheit bricht und den Schmutz von der Scheibe schmelzen lässt, den die Manifestation der Abartigkeit am Glas hinterlassen hat.
Ich fahre so fort. Morgen um Morgen, Tag um Tag, Abend um Abend. Vor dem zu Bett gehen ein letzter Blick auf die rote Schrift des Buches aus dem Königreich des Lichtes, meine Gedanken mit der Weltanschauung aufladend, die so stark in mir lodert und schreit, sodaß selbst das Brüllen der Hydra verstummt, die als jener Dämon an meiner Türschwelle lauert, wie er vor den Türen eines jeden von uns wartet, immer bereit, unsere Seelen zu berühren und schließlich zu fressen.
Doch ist meine Seele dem Kriegerideal geweiht. Dem kalten Stahl eines elitären Soldatentums, mit einem Schild gewappnet, der so undurchdringlich und so unbesiegbar ist wie die Idee, welche man mit ihrem letzten großen Aufbäumen gegen das ewige Tier voller Irrtum zu Grabe getragen glaubte.
Meine Pflicht, gesund zu sein…ich kenne sie!
Und Du?














Sehr schön geschrieben Kamerad!
Es ist das Innere Bild des politischen Soldaten. Wir stehen in einer ewigen Reihe des Kampfes. Oft waren es wenige nur die voran schritten und in kleinen wilden Haufen das Licht in sich trugen……. den GLAUBEN AN DEUTSCHLAND !
Wir sehen uns alle wieder…..
-STEINER-