Vogesenmarsch 2.0 : Ein Zeichen an Schlageters Heimat (Teil 2/3)

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7 Uhr Abmarsch! Vorausgesagt waren Temperaturen bis zu 28° C, und 30 km Marschweg mit über 1.000 Höhemetern standen auf dem Tagesprogramm. Da entschieden wir uns, so gut es ging, noch die morgendliche Frische mitzunehmen, denn uns war klar, daß dieser Tag bei den Temperaturen und mit dem schweren Marschgepäck eine Herausforderung für alle Teilnehmer werden wird.

Erst einmal ging es wieder bergab ins Tal; größtenteils querfeldein, da wir einen Abzweig verpassten. Nun folgte ein steiler und zäher Aufstieg Richtung Königstuhl. Auf dem Weg dorthin querten wir eine alte Burgruine (Bilstein), auf welcher wir ein Leuchtsignal entzündeten, welches dem 1923 von Franzosen hingerichteten Albert Leo Schlageter gewidmet war. Den Vogesen gegenüber liegt nämlich auf der anderen Seite der Rheinebene der vom Turm der Burgruine gut sichtbare Schwarzwald, in welchem im Ort Schönau im Breisgau einer der ersten Märtyrer der Bewegung begraben liegt.

Albert Leo Schlageter gehört zu jener Reihe deutscher Helden, die ungeachtet der hieraus resultierenden Gefahren für Leib und Leben alles gaben, um ihr deutsches Vaterland gegen dessen Feinde zu verteidigen. Bereitwillig und ohne zu klagen, ließ Schlageter sein Leben, als es galt, sich schützend vor das eigene Volk und die deutsche Heimat zu stellen. Dabei verkörpert Schlageter jenen Heldentypus, der angesichts der gegebenen Verhältnisse in der BRD auch in der heutigen Zeit bitter nötig wäre. Sein Opfergang ist uns Nationalrevolutionären Mahnung und Ansporn. So wie Schlageter im Kampf um Deutschland sein junges Leben selbstlos opferte, so wollen auch wir niemals im Ringen um unsere Heimat ermüden, sondern stets unsere Pflicht im täglichen Kampf um unser Volk und Vaterland erfüllen.

Schlageters Tod

Es kämpft im Feuerscheine
ein Held von Siegfriedart,
zu Düsseldorf am Rheine
er Blutverraten ward.
Die Grenzen flammen rot!
Das Deutsche Reich in Not!
„Erheb dich, Vaterland, Steh auf!“

Schlageter tritt in Ketten
vorm welschen Hochgericht:
„Ich wollt das Volk erretten
im heiligen Verpflicht;
Das Volk vom Feind geknecht,
geschändet und entrecht`t!“
„Erheb dich Vaterland, steh auf!“

Die welsche Fahnenseide
weht über Rhein und Ruhr.
Schlageter schreit`t zur Heide
des Morgens um vier Uhr.
Leg Trauer an, o Welt,
zum Sterben geht ein Held!
„Erheb dich Vaterland, steh auf!“

Der Tod wird ausgesprochen!
Schlageter zucket nicht:
„Kein schuld habe ich verbrochen!“
Stolz hebt er sein Gesicht;
„Freiheit will Mannestat
vom deutschen Kampfsoldat!“
„Erheb dich Vaterland, steh auf!“

Die Trommeln wirbeln leise,
Schlageter steht am Pfahl
und singt die Deutschlandweise
zum allerletzten Mal.
„Gib Feuer, Kompanie!“
Durchbohrt sinkt er ins Knie.
„Erheb dich Vaterland, steh auf!“

Sepp Summer – Heldische Jugendlieder (1935)

Nach dieser Morgenfeier und einer anschließenden Rast ging es weiter steil bergauf zum Königstuhl. Mitten in einer von Felsen geprägten bewaldeten Landschaft thront der Königstuhl, der unverkennbar nach seiner Form benannt wurde. Vom Massiv rund um den Königstuhl hatte man auch nochmal einen beeindruckenden Blick auf die Hochkönigsburg.

 

Hochkönigsburg

Die Burg hat eine bewegte 900-jährige Geschichte hinter sich. Mit ihren Zugbrücken, Türmen, Mauern und dem Bergfried ist sie ein Paradebeispiel mittelalterlicher Architektur. Dass die Burg so gut erhalten ist und heute für Besucher offensteht, ist nicht zuletzt dem deutschen Kaiser Wilhelm II. zu verdanken. Nach der Brandschatzung durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg lag die Burg mehr als 250 Jahre in Trümmern, bis der deutsche Kaiser sie Anfang des 20. Jahrhunderts wieder aufbauen ließ. Dieser beschloss, die Burg zum Symbol des wiederauferstandenen Kaiserreiches zu machen und beauftragte den Berliner Architekten Bodo Ebhardt mit der weitestgehend originalgetreuen Rekonstruktion des Gebäudes im Stil der Tiersteiner Epoche. Als Wahrzeichen der Region ist die Hochkönigsburg zu einer der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Frankreichs geworden.

Im Verlauf des Tages wanderten wir bei knallender Sonne und hohen Temperaturen weiter in die Vogesen hinein. Dabei streiften wir herrliche Weiden und wunderschöne Wälder. Glücklicherweise konnten wir im Ort Urbach (Fréland) nach rund 20 km bei einem Bewohner, welcher an einer Steinmauer im Garten arbeitete, Trinkwasser aufnehmen. Der Arme mußte um die 20 Flaschen füllen. Bis hierhin hatten wir einfach keine Gelegenheit gefunden, unsere Wasservorräte aufzufüllen und saßen daher sprichwörtlich auf dem Trockenen.

Aus Schnierlach (Lapoutroie) heraus ging es einen sehr steil ansteigenden Weg zu unserem zweiten Nachtlager, dem Hexenweiher (Étang du Devin), welches die Ersten unserer Wandergruppe erschöpft gegen 19 Uhr erreichten. Der See liegt unterhalb des Buchenkopfes (Tête des Faux) [1208], welcher im Ersten Weltkrieg strategisch bedeutsam und entsprechend umkämpft war. Heute sind noch die Reste militärischer Anlagen wie Geschützstellungen und Bunker rund um den Buchenkopf sichtbar. So auch an dem kleinen Hexenweiher, an welchem direkt ein deutscher Bunker zur Stromgewinnung errichtet wurde, der heute noch frei zugänglich ist. Nach einem anstrengenden Tag und einem guten Nachtmahl freuten sich alle Männer unserer Wandergruppe auf einen erholsamen Schlaf.

Weitere Infos: Teil 1, Teil 2, Teil 3; Video