Vom Sinn der Monatsnamen: Julmond (Dezember)

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In diesen Monat fällt die Wintersonnenwende. Für sie, wie für die ganze Zeit der Wende, war der Name „Jul“ im ganzen germanischen Bereich verbreitet. In diesem Monat erfährt der Mensch die Neugeburt der Sonne, des Lichts. Als Zeichen der ewigen, immerwährenden Wiedergeburt von Licht und Leben aus Nacht und Tod, brannten unsere Vorfahren ihre Feuer ab, so wie wir es heute wieder tun, stellen wir den immergrünen Baum (Tanne) als Symbol der unvergänglichen Weltenesche in unseren Heimen auf und entzünden an ihm als Sinnzeichen des Lichts die strahlenden Kerzen.

Über den Jul hinaus reicht die Wende bis hinein in den zweiten Julmonat, den heutigen Hartung: Der Kreis ist geschlossen, der Ring des Jahres hat sich gerundet.

 

Julmond

Und jetzt am Ende nun der Zwölfte thront,
das bin ich – abschließend – der Julmond.
In mir endet die zweite Jahreszeit,
die Wintersonnenwende steht bereit.
Ab dann gewinnt das Licht die Oberhand,
der Schatten entweicht aus uns´rem Vaterland.
Das Julfest naht mit seinem Schein,
und hüllt die Herzen aller Kinder ein.
Es ist die Zeit, wo die Familie zusammen rückt,
die Gemeinschaft dann wohlig die Seele beglückt.
Die 12 mystischen Rauhnächte nahen,
in jener wilden Zeit voller Gefahren.
12 Nächte, stellvertretend für die Monde im Jahr,
durch Weissagung wird man seiner Zukunft gewahr.
Heute kennt ihr das nur noch vom Blei gießen,
wenn aus erhaltenen Formen Visionen sprießen.
So endet mit Julbock, Julfeuer und Rauhnächten das Jahr,
ehe der Zyklus von Neuem beginnt – wie es schon immer war.

 

Mit dem Christentum kamen – wie so vieles andere Fremde – auch die römischen Monatsnamen in Gebrauch und verdrängten die nach unserem Sprach- und Volksempfinden viel ausdrucksvolleren alten Monatsbezeichnungen, die den Ablauf des Jahres versinnbildlichen. Wir können nicht bei allen Monatsnamen auf die Bezeichnungen unserer Vorfahren zurückgreifen, aber wir können und wollen deutsche Namen für die Zeitabschnitte des Jahres wählen, die dem deutschen Sprachschatz entstammen und in denen die Verbundenheit mit dem Naturgeschehen zum Ausdruck kommt. Den Sinngehalt dieser Bezeichnungen und sein Zusammenhang mit der Bewegung des Jahreskreises gilt es in unseren Reihen sowie im deutschen Volk zu verbreiten. Von verschiedenen Neubildungen, von denen diejenigen mit der Endung =mond (Eismond usw.) eine Zeitlang gebräuchlich waren, haben sich die folgenden am meisten durchgesetzt:

Hartung = Januar
Hornung = Februar
Lenzing = März
Ostermond = April
Wonnemond = Mai
Brachet = Juni
Heuert = Juli
Ernting = August
Scheiding = September
Gilbhart = Oktober
Neblung = November
Julmond = Dezember

 

Weitere Erklärungen der Monatsnamen

Hartung (Januar)
Hornung (Februar)
Lenzing (März)
Ostermond (April)
Wonnemond (Mai)
Brachet (Juni)
Heuert (Juli)
Ernting (August)
Scheiding (September)
Gilbhart (Oktober)
Nebelung (November)

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