Vogesenmarsch 2.0: Die Schlacht am Lingekopf (Teil 3/3)

An unserem dritten Tag starteten wir wieder recht früh, da auf Grund der Strapazen des Vortrages alle Teilnehmer recht früh sich schlafen legten und wir auch wieder eine ordentliche Wegstrecke mit einem heftigen Aufstieg vor uns hatten.

Nach einem gemeinsamen Frühstück und dem Zusammenpacken blieben wir auf der „deutschen Seite“ des Buchenkopfes (Tête des Faux) [1208] und verweilten an einem im 1. Weltkrieg angelegten deutschen Soldatenfriedhof. In einer kleinen Feierfolge wurde würdig der heldenhaft kämpfenden deutschen Soldaten gedacht. Anschließend besichtigten wir Überreste deutscher Bunkeranlagen (Sanitätsbunker und Talstation der Seilbahn).

Nach ca. 1,5 Stunden erreichten wir den Schluchtpass, an welchem die Vogesenkammstraße (Route des Crêtes), eine 77 km lange Höhenstraße, die vom „Weißen See“ Lac Blanc bis nach Sennheim (Cernay) verläuft und sich dabei immer auf einer Höhe um die 1000 Meter bewegt. Der Vogesenkamm kann auch als natürliche Grenze zwischen dem deutschstämmigen und dem französischen Sprachraum angesehen werden; lange Zeit verlief auch die dortige Grenze zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich.

Bevor es zum Baden im „Weißen See“ ging, gönnte sich unsere Gruppe ein kühles erfrischendes Bier an einer der Ausflugslokale. Nach einem wirklich erfrischenden Bad im Bergsee folgte nun ein steiler Aufstieg über mehrere hundert Höhenmeter hinauf auf den Vogesenkamm. Die Gruppe trat nun in eine völlig andere Landschaft als die Tage zuvor ein. Die Bewaldung war fast völlig verschwunden, große Heideflächen wechselten sich mit Hochmoren ab und das Gelände erinnerte schon fast an ein Hochgebirge oberhalb der Baumgrenze.

In der Heidelandschaft kamen wir gut voran und erreichten gegen frühen nachmittag den Forlenweier (Lac du Forlet), an dem wir einkehrten und eine köstliche Mahlzeit zu uns nahmen. Ein heftiges Gewitter zog glücklicherweise an uns vorbei und es blieb bei einem Platzregen, den man an einem kleinen See (oder in dem See) verbrachte. Wir machten uns dann weiter auf den Weg Richtung Lingekopf, der aber noch rund 10 km entfernt war.

Kleine Badeeinlage beim Regenschauer

Nach einem Zwischenstopp am französischen Soldatenfriedhof am Wettstein (Nécropole nationale Le Wettstein), welche sehr gepflegt und ehrwürdig angelegt war, zog sich unsere Gruppe aufgrund unterschiedlicher Laufgeschwindigkeit weit auseinander. Kurz nach der Herberge Glasborn (Ferme Auberge Glasborn) erreichte man das Kampfgebiet rund um den Lingekopf [987]. Noch kurz bevor die Dunkelheit einzog, suchten wir uns in und auf alten Stellungen der Deutschen Wehrmacht in der Nähe der Schratzmännele einen Platz zum Schlafen. Der ein oder andere fand seinen Platz direkt unter einem deutschen MG-Bunker. Auch diesmal ging es nach dem Abendbrot recht schnell zur Nachtruhe über, denn auch dieser Tag hatte es wieder ganz schön in sich.

 

Die Schlacht am Lingekopf

Während des Ersten Weltkriegs lag der Lingekopf (Collet du Linge) auf der Frontlinie, die in den Vogesen deutsche und französische Truppen trennte. Vom 20. Juli bis zum 15. Oktober 1915 war der Pass Schauplatz blutiger und verlustreicher Kämpfe (in Frankreich als Bataille du Linge bezeichnet). Französische Gebirgsjägereinheiten versuchten vergeblich, die von deutscher Seite durch die Förderbahn Drei Ähren – Uhlhorst erschlossenen und mit Bunkern und Stacheldrahtverhauen stark befestigten und von bayerischen Landwehrregimentern mit Artillerie und Maschinengewehren verteidigten Höhenzüge (Lingekopf, Barrenkopf, Kleinkopf und Schratzmännele) zu erstürmen. Nach einem letzten Gegenangriff der deutschen Truppen erstarrte die Front und der Schwerpunkt der Auseinandersetzungen verlagerte sich zum Hartmannsweillerkopf, der das Ziel unseres 1. Vogesenmarsches war und als Verdun in den Vogesen bezeichnet wird. Bis zum Ende des Krieges kam es am Lingekopf nur noch zu Artillerieduellen und Stoßtruppgefechten. Die Auseinandersetzungen an diesem Frontabschnitt forderten um die 6.000 Tote. Auf französischer Seite starben etwa 3.600 Männer und rund 8.500 wurden verwundet. Auf deutscher Seite schätzt man die Verluste auf etwa 8.500 Mann, davon ca. 2.500 Tote und 6.000 Verwundete (diese Zahlen sind unsicher, da die deutschen Militärarchive 1944/45 zerstört wurden). Etwa 1.000 Kämpfer beider Seiten wurden während der dreimonatigen intensiven Schlacht als vermisst gemeldet und mehrere hundert von ihnen liegen noch heute Seite an Seite in der Erde dieses sogenannten Ehrenfeldes, das ein Friedhof unter freiem Himmel ist. Einen ausführlichen Bericht zum Kriegsgeschehen am Lingekopf findet ihr auf der Netzseite des 1981 eröffneten Museum Mémorial du Linge. Das Schlachtfeld steht als Monument historique unter Denkmalschutz.

Am nächsten Morgen packten wir letztmalig unser Sachen zusammen und folgten immer einem Weg an den deutschen Verteidigungsanlagen entlang, bis wir nach ca. 2 km das Museum Mémorial du Linge erreichten, welches wir sogleich besuchten. Dieses wird von einem örtlichen Verein ehrenamtlich geführt. Auf zwei Etagen informiert man dort anschaulich über den Schlachtverlauf und zeigt auch französische und deutsche Fundstücke vom Schlachtfeld. Darüber hinaus läuft in regelmäßigen Abständen in deutsch, englisch und französisch ein eigens gedrehter Film über die Schlacht am Lingekopf.

Anschließend ging es raus in die deutschen Stellungen, welche sich aus einem weit verzweigten Bunker- und Grabensystem zusammensetzen. Dieses Gelände war wirklich so groß, dass man sich leicht darin verlaufen konnte. Zum Abschluß unserer herausragenden mehrtägigen Wanderung schärfte im Zuge einer Morgenfeier ein Aktivist nochmal unsere Sinne für die wesentlichen Punkte des Kampfes eines Nationalrevolutionärs. Unser Kampf ist so vielschichtig und basiert vor allem auf einem ausdauernden Idealismus, einem gesunden Charakter sowie einer im Alltag verinnerlichten Weltanschauung, die politischen Kampf, Arbeit und Familie unserer Aktivisten ganzheitlich verbindet. Zum Abschluß der Morgenfeier schallte das Lied der Deutschen in allen drei Strophen über den Gräben und Gräbern unser Ahnen auf heiligem deutschen Boden.

Weitere Infos: Teil 1, Teil 2, Teil 3; Video